aubib.de | Blog https://www.aubib.de/blog/ Sat, 15 Aug 2020 18:05:44 +0200 Sat, 15 Aug 2020 18:05:44 +0200 t3extblog extension for TYPO3 Bibliotheken und Tiere aktuell - Tierrettung in Augsburg #aubib Thu, 25 Jun 2020 17:00:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/25/bibliotheken-und-tiere-aktuell-tierrettung-in-augsburg/ post-521 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/25/bibliotheken-und-tiere-aktuell-tierrettung-in-augsburg/ Student/in Bibliotheken und Tiere aktuell - Tierrettung in Augsburg Bibliotheken und Tiere aktuell - Tierrettung in Augsburg by Student/in 25-06-20

Categories: Lesestoff

In einer dramatischen Rettungsaktion konnte heute in der Teilbibliothek Geisteswissenschaften der UB Augsburg ein Exemplar der Gattung bombus sicher wieder in die Natur entlassen werden.

Die Wildbiene hatte sich im Bereich "Pädagogik" verirrt und war einer besorgten Nutzerin aufgefallen. Diese verständigte daraufhin das Personal, das die arme Hummel zuerst in seine Obhut nahm, und anschließend aus der Bibliothek geleitete.

(mb)

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Das Gewicht von Wissen #aubib Wed, 17 Jun 2020 09:30:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/17/das-gewicht-von-wissen/ post-520 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/17/das-gewicht-von-wissen/ Student/in Dass Bücher manchmal wirklich schwerwiegend sind, ist uns im bibliothekarischen Kontext ja bewusst. Im privaten ist es aber immer wieder überraschend. Das Gewicht von Wissen by Student/in 17-06-20

Categories: Gedankensprünge

Hantelgewichte. Fast so schwer wie ein Bildband in Foliogröße.

Wer schon einmal in einem Bibliotheksmagazin gearbeitet hat oder mit den sog. "einschlägigen" Standardwerken – ja, ich meine euch, liebe Lexika, die ihr immer noch nicht in brauchbarer digitaler Form verfügbar seid! – zu tun hatte, weiß, wie schwer Bücher sein können. Nicht nur groß, sondern auch wirklich schwer. Vom speziellen Papier für kunstgeschichtliche Bildbände will ich noch gar nicht reden.

Im bibliothekarischen Kontext ist das jetzt keine Neuigkeit. Als Privatperson stellt man so etwas aber meist erst fest, wenn man umzieht. Dann, wenn die "normalen" Umzugskartons sich als ungeeignet herausstellen, um die gefühlten Kilometer an Büchern von der alten in die neue Wohnstatt zu verfrachten. Nur zum Teil lässt sich dieses Problem elegant umgehen, und zwar indem die Kartons nur zum Teil mit den schweren Wissensträgern gefüllt werden. Ist ja auch klar, sonst bricht der Karton! Der noch erhebliche freie Platz im Umzugskarton wird entsprechend mit "leichten" Gegenständen ausgefüllt. Es hat sich gezeigt, dass Kleidungsstücke sich dafür ganz gut eignen. So weit, so unproblematisch. Ist der Buchbestand jedoch etwas eingestaubt, bzw. hat man Skrupel, saubere Kleidung zu nicht zwangsläufig sauberen Büchern zu legen, wird die ganze Sache schon aufwendiger. Geeignete räumliche Trennung muss im Karton verbaut werden. Das kostet Zeit, Nerven und  zusätzliches Material, alles nicht so üppig in Umzugszeiten.

Die cleveren Umzugsspezialist*innen versorgen sich zu diesem Zweck zeitnah mit Obstkisten. Diese sind relativ standardisiert stapelbar. Bereits beim Wort "standardisiert" schlägt das Bibliothekarinnenherz höher. Mit etwas Papier ausgelegt oder zusätzlichem Karton sind sie die ideale Lösung für die Transportproblematik der Privatbibliothek. Wenn man beim Supermarkt um die Ecke auch freundlich fragt, bekommt man die Kisten mit etwas Glück auch ganz umsonst. So stellt man sich Recycling vor – auf die grundsätzliche Problematik des Transports von Obst und Gemüse durch die halbe Welt möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht eingehen.

Die Medien haben jetzt also ein Bewegmedium gefunden. Das ist schön. Weniger schön ist, dass das Gewicht der Kisten, in Abhängigkeit je nach Ausstattung der Privatbibliothek (siehe Nachschlagewerke), trotzdem nicht zu unterschätzen ist. In meinem Freundeskreis muss ich bei jedem Umzug wieder große Überzeugungsarbeit leisten, denn bereits beim vorletzten Umzug hieß es quasi unisono: "Ich helfe nie wieder Geisteswissenschaftlern beim Umzug. Viel zu viele Bücher!" Auch wenn sie sich bisher bei jedem Umzug doch noch bereit erklärt haben, zu helfen, versuche ich seitdem, ihnen ihre Mithilfe zu erleichtern: Mittels Bestandsrevision und Aussonderung im Vorfeld, Versorgung mit möglichst vielen Obstkisten und einem möglichst großen und gut koordinierten Umzugsteam. Mit jedem Umzug wächst aber nicht nur der Bizeps, sondern auch der Bücherberg. Ich weiß nicht warum, aber ich denke, da gibt es einen Zusammenhang.

Müsste ich jedoch abwägen, so kann ich die Frage, was mir schwerer wiegt, das Gewicht meiner Bücher oder unsere Freundschaft, jedoch ganz eindeutig beantworten. Statiker kämen aber vermutlich zu einer anderen Einschätzung.

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Bibliotheken und Tiere - Teil 7: von Mäusen und Hamstern #aubib Sun, 14 Jun 2020 08:00:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/14/bibliotheken-und-tiere-teil-7-von-maeusen-und-hamstern/ post-519 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/14/bibliotheken-und-tiere-teil-7-von-maeusen-und-hamstern/ Student/in Bibliotheken und Tiere - Teil 7: von Mäusen und Hamstern Bibliotheken und Tiere - Teil 7: von Mäusen und Hamstern by Student/in 14-06-20

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oder: Nagetiere im Lesesaal!

 

In dieser Reihe wurden ja schon eine Reihe von kleinen und größeren Tieren und ihre Rolle für (oder gegen) Bibliotheken behandelt. Heute geht es vor allem um Nagetiere, kleine flauschig-possierliche Tierchen, die es manchmal ebenfalls in unseren Wirkungskreis verschlägt.

 

Angefangen mit der gemeinen Maus, mus musculus. In der Universitätsbibliothek Münster, Zweigbibliothek Medizin, hauste vor einigen Jahren ein besonders beliebtes Exemplar. Geduldet vom Personal und beliebt bei Besuchern half sie auch bei der Insektenvernichtung. Sogar einen eigenen Twitter-Account bekam sie spendiert.

Später trübte sich das Verhältnis – sie löste die hauseigene Alarmanlage aus und alarmierte damit Polizei und Feuerwehr. Die Maus bekam daraufhin Hausverbot („Die Duldung der Maus im Rahmen des Bibliotheksasyls ist hiermit rückwirkend zum 1.1.2012 aufgehoben.“) und wurde per Lautsprecherdurchsage aufgefordert sich zu stellen. Nachdem die Maus das Ultimatum verstreichen ließ wurden Lebendfallen aufgestellt. Kurze Zeit später konnte die Maus ergriffen und in die Wildnis verbracht werden.

 

Auch in anderen Bibliotheken gehören Mäuse zum Alltag, wohnhaft in Kabelschächten und hinter Zwischenwänden. Auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit wurden einige an der UB Augsburg sogar gesichtet, wie sie über den Haupteingang das Haus betreten wollten.

Dieses Buch wurde Opfer von, zugegeben im Vergleich eher seltenem, Mäusefraß. Neben diesen aktiven Schäden ist auch die Geruchsbelästigung in lebendem und vor allem totem Zustand leider nicht zu unterschätzen.

Hier ein besonders gewitztes Exemplar bei Recherchearbeiten in eigener Sache.

 

Auch die größeren Cousins der kleinen Mäuse, die Ratten, können großes Schadenspotential entfalten. So geschehen etwa in der UB Stuttgart. Ausgehend vom nahegelegenen Stadtgarten und katalysiert vom sanierungsbedürftigem Bau, fielen sie über „sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Literatur aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts“ her. Betroffen waren etwa 8000 Bücher und der Sachschaden betrug geschätzte 200.000 €, inklusive 200 Regalmeter, die ersetzt werden mussten, da sie zu stark verseucht, d.h. verkotet, für eine Weiternutzung waren.

Weit erfreulicher gestaltet sich das neuerliche „hamstern“ für Bibliotheken, das sich im Zuge der Corona-Krise und des Lockdowns an vielen Bibliotheken, v.a. aus dem ÖB-Bereich, zugetragen hat. So wird beispielsweise von Hamsterausleihen von Büchern, Spielen und Filmen noch vor den Schließungen durch den Lockdown berichtet.

Doch auch die Onleihe hat viele Kunden gewonnen, und viele Häuser haben daraufhin ihr Angebot erweitert. Der Vorsitzende des dbv, Dr. Andreas Degkwitz, sagte dazu der dpa: „Ich bin mir sicher, dass die Nutzer, die jetzt dort sind, auch bleiben werden.“

(mb)

 

Quellen: (alle 11.06.2020)

https://www.uni-muenster.de/ZBMed/aktuelles/3487

https://www.uni-muenster.de/ZBMed/aktuelles/3507

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/stuttgart-ratten-zerstoeren-8000-buecher-in-uni-bibliothek-a-1231309.html

https://www.wochenkurier.info/sachsen/bautzen/artikel/hamsterausleihe-und-onleihe-75957/

https://www.rtl.de/cms/chronologie-coronavirus-die-wichtigsten-meldungen-zur-corona-pandemie-vom-8-mai-2020-4538595.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bibliotheken-oeffnen-wieder-aber-eingeschraenkt-4717075.html

 

Bildnachweis:

pixabay

https://cdn.pixabay.com/photo/2018/04/02/17/04/cute-3284412_960_720.jpg (11.06.2020)

Aufnahme des Autors

pixabay

https://cdn.pixabay.com/photo/2018/09/30/07/08/hamster-3712820_960_720.jpg (13.06.2020)

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Bibliotheken und Archäologie – Teil 3: One civilization's trash is an archaeologist's dream #aubib Sat, 13 Jun 2020 15:29:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/13/bibliotheken-und-archaeologie-teil-3-one-civilizations-trash-is-an-archaeologists-dream/ post-518 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/13/bibliotheken-und-archaeologie-teil-3-one-civilizations-trash-is-an-archaeologists-dream/ Student/in Manchmal ist das, was in einer Generation auf dem Müll landet, Generationen später ein wahrer Schatz – zumindest für die Wissenschaft. Der Ort Oxyrhynchos in Ägypten ist hierfür ein gutes Beispiel. Bibliotheken und Archäologie – Teil 3: One civilization's trash is an archaeologist's dream by Student/in 13-06-20

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Ja, wir alle wissen, Bücher gehören nicht auf den Müll. Doch bisweilen ist das Exemplar, das auf dem Müll gelandet ist, das einzige, das dem Zahn der Zeit widerstanden hat.

Die einen oder anderen werden vielleicht schon von einem Ort namens Oxyrhynchos in Mittelägypten gehört haben, benannt nach dem dort verehrten spitzschnäuzigen Nilfisch. In der späten Antike war Oxyrhynchos Provinzhauptstadt, Handelszentrum und Bischofssitz. Das bedeutet natürlich jede Menge Verwaltungsangelegenheiten und Papier(us). Dementsprechend wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Müllbergen der antiken Stadt viele Grabungen durchgeführt und v.a. eine gewaltige Menge Papyri gefunden, darunter Urkunden, Listen, Rechnungen sowie Werke der antiken (auch christlichen) Literatur, die z.T. sonst nicht überliefert wurden, vieles allerdings nur in Form von Fragmenten. Das ist ein wahrer Schatz für Generationen von Archäolog*innen, Papyrolog*innen, Historiker*innen, Theolog*innen und vielen weiteren Wissenschaftler*innen.

Was hat das jetzt mit Bibliotheken zu tun? Gehört sowas nicht in ein Museum? Das stimmt zum Teil, aber einige namhafte Bibliotheken wie etwa die Bodleian Library und die Sackler Library in Oxford sind die Aufbewahrungsorte vieler dieser Papyri geworden. Wir ahnen, wer da hauptsächlich in Oxyrhynchos gegraben hat. Was hingegen bei uns hier in Deutschland in den Bibliotheken gelandet ist, ist immerhin die gesamte Forschungsliteratur, die infolge der Grabungen entstanden ist, in der Archäologie, den Altertums- und Geschichtswissenschaften sowie der Theologie.

Ob sich wohl jemand in 2.000 Jahren genauso intensiv mit unseren Rechnungen auseinandersetzen wird?

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Offene Bibliotheken – Offene Fragen #aubib Mon, 08 Jun 2020 21:15:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/08/offene-bibliotheken-offene-fragen/ post-517 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/08/offene-bibliotheken-offene-fragen/ Student/in Endlich ist es soweit. Die Bibliotheken haben wieder geöffnet. Aber vieles hat sich geändert und gewohntes ist nach wie vor nicht möglich. Wie wird es weitergehen? Offene Bibliotheken – Offene Fragen by Student/in 08-06-20

Categories: Gedankensprünge

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Angesichts der vielen Lockerungen der letzten Tage und Wochen ging beinahe unter, dass auch Bibliotheken wieder geöffnet werden. Ausleihen sind endlich wieder möglich. Gut, dachte ich, endlich können wir alle wieder wie gewohnt die Bibliothek nutzen bzw. in ihr arbeiten!

Hört man sich jedoch ein wenig genauer um, wird ein viel differenzierteres Bild deutlich – die Benutzer*innen stehen vor einigen Schwierigkeiten: Es lässt sich bei weitem nicht alles ausleihen, was in der Bibliothek steht, viele Standardwerke wie etwa Lexika bleiben in geschlossenen Lesesälen unerreichbar. Es ist auch bei nicht alles als e-Book erhältlich, was man zu Hause für Lernen und Arbeiten, benötigt.

Doch auch wir als Bibliothekar*innen sehen unsere Bibliotheken inzwischen in einem anderen Licht als vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen im März: Gewohnte Services können wir nicht anbieten, Home-Office ist nicht in allen Bereichen möglich und die Umsetzung von Hygienemaßnahmen stellt gewohnte Prozesse und Abläufe infrage, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Und: der Bibliotheksalltag, den wir kannten – als Bibliothekar*innen wie als Benutzer*innen – wird womöglich weiterhin der Vergangenheit angehören, denn noch ist z.B. nicht absehbar, ob etwa im Wintersemester wieder an allen Hochschulen Präsenzlehre stattfindet bzw. stattfinden kann. Wenn sich Studieren, Dozieren und das wissenschaftliche Arbeiten nun aber in Anpassung an die derzeitige Situation weiterentwickeln, werden wir uns als Dienstleister mitentwickeln müssen. Damit in den Zeiten, in denen die Benutzer*innen nicht in die Bibliothek kommen können, die Bibliothek wenigstens zu ihnen nach Hause kommen kann.

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Literarische Früchte der Quarantäne – Boccaccios Decamerone #aubib Tue, 02 Jun 2020 17:00:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/02/literarische-fruechte-der-quarantaene-boccaccios-decamerone/ post-516 https://www.aubib.de/blog/article/2020/06/02/literarische-fruechte-der-quarantaene-boccaccios-decamerone/ Student/in Literarische Früchte der Quarantäne – Boccaccios Decamerone Literarische Früchte der Quarantäne – Boccaccios Decamerone by Student/in 02-06-20

Categories: Lesestoff

Eine Frage, die zurzeit wohl einige umgetrieben hat, ist historisch betrachtet nicht wirklich neu: was tun, wenn wegen einer Epidemie ein Aufenthalt in Quarantäne notwendig wird? Eine charmante Lösung abseits von Homeoffice und Home - Schooling stellt das Werk Il Decamerone von Giovanni Boccaccio (1313 – 1375) vor. Entstanden ist diese Novellensammlung kurz nach der großen Pestepidemie von 1348/1349, welche auch die Rahmenhandlung bildet. Sieben junge Frauen und drei junge Männer flüchten vor der Seuche aus der Stadt Florenz in ein luxuriöses Landhaus mit üppigen Gärten. Da ihnen das dolce vita und endlose Flanieren in schattigen Laubengängen jedoch bald zu langweilig wird, beginnen sie ein Erzählspiel: jeden Morgen wird eine Königin oder ein König ernannt, die jeweils einen Themenkreis vorgeben. Jeder der Zehn muss sich nun eine Geschichte zu diesem Themenkreis ausdenken, und diese den anderen zum Besten geben. So entstehen in zehn Tagen zehnmal zehn Novellen, womit die in jener Zeit als numer perfectissimus angesehene Zahl 100 erreicht wird. Inhaltlich wird hier ein mittelalterliches Welttheater aufgespannt, das von Geschichten über Sultane bis hin zu Bauernschwänken alles aufbietet. Von besonderer Bedeutung ist auch die sehr naturalistische Schilderung des Wütens der Seuche in Florenz in der Rahmenerzählung, die auch heute noch als historische Quelle herangezogen wird. Wirkmächtig ist diese erste Novellensammlung der Literaturgeschichte vor allem auf schriftstellerischem Gebiet. Erzählungen, wie etwa die sogenannte Falkennovelle, werden bis heute rezipiert und gelten als mustergültiges Lehrmaterial in Sachen Novelle. Ob Geoffrey Chaucers Canterbury Tales, Johann Wolfgang von Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter oder Lessings Ringparabel, sie alle sind nach dem Vorbild Boccaccios gestaltet. Wer einen eher stofflichen Eindruck von den äußeren Umständen des Decamerone haben möchte, kann heute noch das besagte Landhaus mit Garten in Fiesole bei Florenz besichtigen. Es hat eben alles auch irgendwo sein Gutes …

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Decamerone

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Decamerone#/media/Datei:Sandro_Botticelli_075.jpg

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Bibliotheken und Archäologie - Teil 2: Die Bayerische Landesbibliothek #aubib Tue, 26 May 2020 10:00:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/26/bibliotheken-und-archaeologie-teil-2-die-bayerische-landesbibliothek/ post-515 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/26/bibliotheken-und-archaeologie-teil-2-die-bayerische-landesbibliothek/ Student/in Bibliotheken und Archäologie - Die Bayerische Landesbibliothek Bibliotheken und Archäologie - Teil 2: Die Bayerische Landesbibliothek by Student/in 26-05-20

Categories: Lesestoff

Der Denkmalschutz in Bayern – gefürchtet von Häuslebauern, Bürgermeistern und Projektmanagern, aber verankert im Bayerischen Denkmalschutzgesetz. Wer ein Gebäude errichten möchte und, wichtiger in diesem Zusammenhang, eine Baugrube benötigt, für Tiefgaragen, Keller usw., der muss zunächst beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde nachfragen, ob er denn so ohne weiteres ein tiefes Loch graben darf. Oder ob zunächst archäologische Untersuchungen stattfinden müssen, die womöglich Jahre dauern und weitere Kosten verursachen.

 

Nun, was hat dies mit Bibliotheken zu tun? Die Frage ob man graben muss oder nicht wird von den dann konkret engagierten meist privaten Grabungsfirmen nicht beantwortet (das machen die UD und das BlfD). Aber für die Frage, was man denn zu erwarten hat, da spielt die Bayerische Landesbibliothek eine große Rolle.

 

Die Bayerische Landesbibliothek – Das Portal zu Geschichte und Kultur des Freistaats. 1999 wurde die Idee ins Leben gerufen, nur ein Jahr nach dem berühmten Wort „Laptop und Lederhose“ des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzogs. Das Projekt wurde unter Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, anfangs von den Universitätsbibliotheken Augsburg und Regensburg unter der Koordination der Bayerischen Staatsbibliothek voran getrieben, und ging 2002 erstmals online. Über die Jahre wurde die Landesbibliothek stark erweitert und viele weitere Projektpartner kamen hinzu.

 

Heute gibt es unter anderem einen Sprachatlas und das Historische Lexikon Bayerns. Weitere Schwerpunkte sind Handschriften, Rara, von denen man viele Digitalisate online einsehen kann, und Historische Karten. Einige Inhalte werden mittlerweile auch vom Länderportal Bavarikon bereit gestellt und wurden aus der Landesbibliothek ausgegliedert. Im Laufe der Zeit soll die gesamte Landesbibliothek so ins Bavarikon umziehen.

 

Gerade die historischen Karten sind für Archäologen ein fast unverzichtbares Hilfsmittel geworden, und dort sticht der „Urkataster“ noch einmal heraus: Die erste flächendeckende kartographische Erfassung des Königreichs Bayern aus den Jahren 1808 bis 1853. Einige Karten werden auch durch den DigiTool-Viewer der BSB zur Verfügung gestellt.

 

Hiermit kann der Archäologe feststellen, ob sein Grabungsareal bereits eine dokumentierte Vorgängerbebauung besitzt, oder nicht. Und wer es noch komfortabler mag, dem sei auch der BayernAtlas ans Herz gelegt. Dort kann man, neben den konkreten Bau- und Bodendenkmälern, auch die nach modernen kartographischen Gesichtspunkten aufbereiteten historischen Karten einblenden lassen. Und durch diese Georeferenzierung auch in CAD-Programmen wie AutoCAD oder QGIS nachnutzen.

 

(mb)

 

mb war in einem früheren Leben selbst Grabungsarchäologe und hat folglich die Landesbibliothek und den Urkataster zu lieben gelernt.

 

Zwei der Orte, in denen Originale des Katasters liegen wurden kürzlich besucht:

Besuch im Hauptstaatsarchiv

Besuch im Magazin Garching

 

Quellen / Links

Mailauskunft von Herrn Sepp (Abteilung Digitale Bibliothek und Bavarica, BSB) vom 06.05.2020

https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?topic=ba&lang=de&bgLayer=atkis&catalogNodes=11,122

http://digital.bib-bvb.de/view/bvb_single/single.jsp?dvs=1588589372722~895&locale=de&VIEWER_URL=/view/bvb_single/single.jsp?&DELIVERY_RULE_ID=39&bfe=view/action/singleViewer.do?dvs=&frameId=1&usePid1=true&usePid2=true

https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/geschichteblo

https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ortsblaetter

https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Laptop_und_Lederhose#Eine_Formulierung_von_Roman_Herzog

 

Bildnachweis:

Bayerische Staatsbibliothek, Die Urpositionsblätter der Landvermessung in Bayern, Blatt 692. M und Umgebung im Jahre 1856; https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/images/blo/positionsblaetter/karten/blatt_692.jpg (CC BY ND)

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Bibliotheken und Tiere - Teil 6: Therapie-Hunde in Bibliotheken #aubib Mon, 25 May 2020 22:25:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/25/bibliotheken-und-tiere-teil-6-therapie-hunde-in-bibliotheken/ post-514 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/25/bibliotheken-und-tiere-teil-6-therapie-hunde-in-bibliotheken/ Student/in Bibliotheken und Tiere - Teil 6: Therapie-Hunde in Bibliotheken Bibliotheken und Tiere - Teil 6: Therapie-Hunde in Bibliotheken by Student/in 25-05-20

Categories: Bibliotheken | International Bibliotheken | Deutschland Lesestoff

Statue Mädchen und Hund auf Bank

Katzencafés gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Und obwohl der Besuch solcherlei außergewöhnlicher Speiselokale momentan erschwert ist, kann man ohne Zweifel behaupten, dass diese sich großer Beliebtheit erfreuen. Der positive Effekt, den die Präsenz der beliebten Haustiere auf die Psyche und das Stresslevel der Gäste hat, ist hinreichend bekannt.

 

Der/die engagierte Bibliothekar*in fragt sich da natürlich, ob man den positiven Effekt von Haustieren nicht auch für die Bibliotheksbenutzer*innen zugänglich machen könnte.

Dem/der engagierten Bibliothekar*in sei gesagt: man kann!

 

Die Idee, Therapiebegleithunde in öffentlichen Bibliotheken einzusetzen, stammt – wie sollte es anders sein – aus den USA. Dort werden sie bereits seit den 1990er-Jahren zur Leseförderung mit Kindern eingesetzt. Viele junge Bibliotheksnutzer*innen (mit und ohne Leseschwäche) haben Angst davor, Texte laut vorzulesen. Bei zu häufigem negativen Feedback entwickeln manche sogar eine Aversion gegen das Lesen an sich. Die beruhigende Anwesenheit der Therapie-Hunde hilft den Kindern dabei, ihre Ängste zu vergessen und so positive Erfahrungen mit dem Lesen zu sammeln. Ganz nebenbei lernen sie außerdem den angemessenen Umgang mit den Tieren.

Auch im deutschsprachigen Raum gibt es einige öffentliche Bibliotheken und Büchereien, die eine Kooperation mit einem Vierbeiner eingegangen sind. Zwei Beispiele sind die Stadtbibliothek Köln, die zusammen mit einer Grundschule eine Lesehund-AG anbietet oder die Gemeindebücherei Hohenlockstedt. In Bayern bietet der Verein Lesehund aus München Lesehund-Einsätze für Büchereien an.

 

Im Bereich der wissenschaftlichen Bibliotheken allerdings scheint die Idee noch nicht ganz in Deutschland angekommen zu sein. In den USA dagegen bieten auch Universitätsbibliotheken renommierter Einrichtungen (wie z.B. der Yale University) ihren Studierenden regelmäßig Zeit mit Therapie-Hunden an. Am MIT gibt es sogar eine eigene Initiative, die die Hunde-Besuche koordiniert und durchführt. Der stressreduzierende und beruhigende Effekt der Tiere käme aber sicherlich auch den hiesigen Bibliotheksnutzer*innen zu Gute – insbesondere in der Prüfungszeit, in der viele Studierenden sowieso mehr Zeit in der Bibliothek verbringen als zu Hause.

Vielleicht findet sich ja doch irgendwann eine deutsche Universitätsbibliothek mit einer/m engagierten Bibliothekar*in, die Treffen mit Therapiebegleithunden für ihre Nutzer*innen anbietet. An einer zu geringen Nachfragen wird es diesem Bibliotheksangebot gewiss nicht mangeln!

(cs)

 

Quellen:

https://www.alsc.ala.org/blog/2019/02/therapy-dogs-in-the-library-a-pawsitive-experience/

https://www.stadt-koeln.de/artikel/66491/index.html

http://lesehund.de/

https://library.medicine.yale.edu/blog/meet-gracie-librarys-new-therapy-dog

https://puppylab.mit.edu/

Fotos über pixabay.com

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Berühmte Bibliothekare – Casanova #aubib Thu, 14 May 2020 15:20:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/14/beruehmte-bibliothekare-casanova/ post-513 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/14/beruehmte-bibliothekare-casanova/ Student/in Berühmte Bibliothekare – Casanova Berühmte Bibliothekare – Casanova by Student/in 14-05-20

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Auf die Frage: „Kennen Sie einen berühmten Bibliothekar?“ werden wohl die wenigsten Menschen spontan mit „Casanova“ antworten. Dennoch hat diese schillernde Persönlichkeit des galanten Zeitalters neben vielen anderen auch diesen Beruf ausgeübt. Der Lebenslauf des berüchtigten Venezianers ist ebenso bunt, wie die ihm zugeschriebene chronique scandaleuse an diversen Liebschaften in ganz Europa – ein Topos, den er selbst in seinen 1793 vollendeten Memoiren ausgiebig pflegt. Geboren wurde Giacomo Casanova am 02. April 1725 in Venedig, als Sohn eines Schauspielerpaares, wuchs allerdings nach dem frühen Tod des Vaters bei seiner Großmutter ebenda auf. Zunächst schlug der junge Giacomo auf Bitten seiner Großmutter eine Laufbahn als Kleriker ein, und erwarb mit 17 Jahren den Grad eines Doktors beiderlei Rechte an der Universität Padua. Über die Niederen Weihen kam er jedoch nicht hinaus - wahrscheinlich schien ihm die Aussicht auf den Pflichtzölibat nicht besonders verlockend. Mit Hilfe einer vorgetäuschten Ohnmacht auf der Kanzel entkam er diesem Schicksal, brachte es aber dennoch bis zum Apostolischen Protonotar extra urbem und zum Ritter vom Goldenen Sporn, und das nur aufgrund seines Unterhaltungstalents: Papst Clemens XIII. war bei einer Audienz in Rom derart beeindruckt von Casanova, dass er ihn mit diesen Ehren überschüttete; von Stund an nannte sich der Venezianer Cavaliere, passend zu seinem jetzt ritterlichen Rang.  Im Jahre 1753 kehrte er nach Venedig zurück, wo er unter anderem als Fähnrich und Orchestergeiger tätig war. Das wohl spektakulärste Ereignis in seinem Leben ereignete sich 1755, als er aus bis heute ungeklärten Gründen von der venezianischen Staatsinquisition wegen „Schmähung gegen die Heilige Religion“ verhaftet und in die berühmt-berüchtigten „Bleikammern“ geworfen wurde. Es handelt sich hierbei um Gefängniszellen unter dem Bleidach des Dogenpalastes – bei italienischer Sommerhitze sicher kein schöner Aufenthalt. Also entzog sich Casanova dieser unfreiwilligen Unterbringung auf Staatskosten nach fünfzehn Monaten durch eine spektakuläre Flucht. Unruhige Wanderjahre durch ganz Europa schlossen sich an: von Paris bis Sankt Petersburg und von Madrid bis Potsdam war Casanova an allen wichtigen Höfen und in allen vornehmen Salons zu finden, wo er unter anderem die französische Staatslotterie mit entwickelte und sich als Zauberer ausgab. Nach erfolgter Begnadigung kehrte er 1774 in seine Geburtsstadt zurück – seinen Lebensunterhalt verdiente er jetzt als Spitzel für die venezianische Inquisition, schließlich kannte er diese aus eigener Erfahrung besonders gut. Aufgrund von ehrenrührigen Pamphleten gegen die venezianische Nobiltà wurde er jedoch wieder verbannt. Nach einer zweiten Odyssee quer durch den Kontinent lernte er 1784 in Wien den Grafen Joseph Karl von Waldstein kennen, der ihn mit auf das Schloss Dux in Böhmen nahm – und ihm dort die Leitung der Bibliothek übertrug. Man ist geneigt zu sagen, Casanova kam zu diesem Beruf wie die Jungfrau zum Kinde, dies verbietet jedoch in diesem Zusammenhang wohl der gute Geschmack. Dieser Zufall bedeutet aber nicht, dass er den Bibliotheksberuf nicht ernst nahm: Neben Beschwerden über kalten Kaffee und miserable Makkaroni, ging er auch schon mal den Grafen wegen ohne Absprache aus dem Regal entnommener Bücher an. Schloss Dux war dann auch die letzte Station im Leben des Giacomo Casanova, hier starb er am 04. Juni 1798. Vorher aber arbeitete er noch an seiner Legende – er legte zwar nicht gerade in Don-Giovanni-Manier einen systematisierten Katalog seiner Eroberungen an, hielt sie aber dennoch minutiös in seinen Memoiren fest. So detailreich, dass die erste deutsche Ausgabe von 1821 nur in zensierter Version erschien.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Giacomo_Casanova

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Casanova_ritratto.jpg

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Eine fiktive Bibliothek wird Wirklicheit #aubib Mon, 11 May 2020 11:33:00 +0200 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/11/eine-fiktive-bibliothek-wird-wirklicheit/ post-512 https://www.aubib.de/blog/article/2020/05/11/eine-fiktive-bibliothek-wird-wirklicheit/ Student/in Ein blauer Kreis Eine fiktive Bibliothek wird Wirklicheit by Student/in 11-05-20

Categories: Gedankensprünge Lesestoff

Library of Babel

Viele technische Innovationen der heutigen Zeit wären ohne die passende Vorbereitung in der Science-Fiction Literatur vermutlich nicht oder nur bedingt denkbar. Die Rede ist natürlich meist von Handys,Tablets und selbstfahrenden Autos aber nur selten von Bibliotheken im Science-Fiction-Universum. 

Eine Idee des argentinischen Autors Jorge Luis Borges wollen wir deshalb kurz beleuchten:

Die Library of Babel, die 1941 in seiner gleichnnamigen Kurzgeschichte erschienen ist, soll durch die beliebige Kombination aller Buchstaben des Alphabets jeden nur erdenklichenText des Universums enthalten können.  Diese als Online-Ausgabe nachzubauen ist dem amerikanischen Programmierer Jonathan Basil 2014 gelungen.

Glaubt ihr nicht? Dann werft doch mal einen Blick auf https://libraryofbabel.info/ und sucht dann unter dem Reiter "Search" nach einem Text eurer Wahl.

Alternativ könnt ihr auch einen Blick auf folgende Seite werfen und meine Urheberschaft an diesem Text anzweifeln, da er ja irgendwie schon seit 2014 im Netz steht:

https://libraryofbabel.info/bookmark.cgi?zmtwrtaxq_sutxqubemau_ab85

Vielleicht findet ihr auf diesen Seiten ja zufällig einen Text, den ihr iin der aktuellen Situation gerade nicht ausleihen könnt, weil die Bibliothek eurer Wahl im Moment nicht geöffnet ist.

Viel Spaß beim Nachdenken, Herumexperimentieren und weiterhin viel Geduld.

Foto: unsplash (Wäre aber auch in der Library of Babel zu finden ;-))

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