aubib.de | Blog https://www.aubib.de/blog/ Sun, 16 Jun 2024 22:01:44 +0200 Sun, 16 Jun 2024 22:01:44 +0200 t3extblog extension for TYPO3 Wir sind TREND: Librariancore #aubib Sun, 14 Jan 2024 11:16:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2024/01/14/wir-sind-trend-librariancore/ post-753 https://www.aubib.de/blog/article/2024/01/14/wir-sind-trend-librariancore/ Student/in Wir sind TREND: Librariancore. Wir sind TREND: Librariancore by Student/in 14-01-24

Categories: Gedankensprünge Studienleben

Anfang Januar hat die VOGUE einen Artikel veröffentlicht, in dem Librariancore als Modetrend 2024 betitelt wird. Der Untertitel lautet: „Wie Bibliothekarinnen 2024 die neuen Stilikonen werden“1. Das schmeichelt unserer Berufsgruppe natürlich erst mal, doch wirft genauso viele Fragen auf. Liest man den Titel und den Artikel aufmerksam durch, dann wird einem schnell klar, dass die Rede hier wirklich NUR von weiblichen Personen ist. Schade eigentlich…

Was versteht die VOGUE unter Librariancore? Zwar wird dieser Trend von dem klischeehaften Kleidungsstil von Bibliothekarinnen inspiriert, kombiniert diesen aber mit „Pieces, die als cool und modern angesehen werden“2. Okay…, da stellt sich mir sofort die Frage, was genau gerade cool und modern ist, denn ich würde behaupten, dass die wenigsten von uns sich genauestens mit den aktuellen Modetrends befassen. Doch da schafft der Artikel sofort Abhilfe. „Key-Pieces“ sind schmale Lesebrillen, Kniestrümpfe, Pullunder und Loafer. Vorgemacht hat das die Marke Miu Miu auf der Fashion Week im Herbst 2023. Hier waren die Models mit Brillen, Twin-Sets, Kitten Heels (nein, das hat nichts mit Kätzchen zu tun), Wollpullis und Bleistiftröcken ausgestattet. Hoffentlich bin ich nicht die einzige Bibliothekarin, der sich bei dieser Aufzählung die Zehennägel hochbiegen.

Librariancore ist anscheinend angelehnt das „sexualisierte Klischee der ‚verführerischen Bibliothekarin‘"3 und verbindet die „typischen Kleidungstücke des Berufsbilds […] mit besonders femininen Silhouetten und modernen Details“4. Also Ladies und Gents: ab jetzt nur noch Bleistiftröcke, Stöckelschuhe und Cardigans. Und ja nicht vergessen: die „kleine, elegante Handtasche.“5

 

Statt Kniestrümpfen tragen wir am Fachbereich lieber bunte Socken.

 

Mit dieser Definition und den Key-Pieces im Hinterkopf schaue ich mich nun am Fachbereich um. Schmale Lesebrillen? Zwar gibt es auffallend viele Studierende mit Brille, aber die Form eben dieser passt leider nicht zum Trend. Außerdem brauchen die meisten die Brille, um auch wirklich scharf zu sehen. Es würde sich hier eine Studie zum Zusammenhang zwischen Beruf und Sehkraft anbieten. Twin-Sets oder Bleistiftröcke? Habe ich in den anderthalb Jahren nicht einmal gesehen. Kleider oder Röcke im Allgemeinen natürlich schon, aber nicht diese beiden „Essentials“. Kitten-Heels oder Loafer am besten noch mit Kniestrümpfen? Hmmm, auch das kommt mir nicht bekannt vor. Allerdings gibt ein paar Leute, die gerne mal bunte Socken tragen, zählt das auch? Mit Pullundern und Wollpullis können wir allerdings dienen. Gerade im Winter sind diese bei uns im Fachbereich täglich vertreten.

Durch diese „Überprüfung“ des Fachbereich-Stils lässt sich feststellen, dass wir wohl laut der VOGUE hoffnungslos stillos sind. Auf jeden Fall können wir als angehende Bibliothekar*innen nicht als Vorbilder für Librariancore dienen. Doch warum sollte eine Zeitschrift bestimmen, was genau die wichtigsten Features des Trends sind? Warum können wir das nicht selbst entscheiden?

Wie hätte Librariancore auszusehen, wenn die Studierenden unseres Fachbereichs die Stilikonen wären? Fangen wir doch mit den Männern an, da diese im VOGUE-Artikel komplett ignoriert wurden. Zwar sind sie bei uns in der Unterzahl, aber Stil gibt es unter ihnen nur zu Genüge. Ich denke da an bunte Hemden, Fischkrawatten, Lederhandschuhe, Clark-Hüte und Schiebermützen. Die Stile betiteln die Studenten mit „Bad Old Times“, „Frischer Fang“ und „PET-Core“, was für Perpetual Edgy Teenager-Core steht. Letzteres ist ein „Kleidungsstil für Leute, die trotz langjähriger Volljährigkeit nicht erwachsen werden wollen und deren Hauptkriterium bei der Kleiderauswahl die potenziell höchste Frustration ihrer Erziehungsberechtigter beim Anblick der Textilien ist."6

 

Frischer Fang: Lässige Hemden und fischige Krawatten.
PET-Core: Da seufzt die erziehungsberechtige Person laut auf.
Bad Old Times: Mit Handschuhen, Hut und Schwert.

 

Auch mit Jeans und Hoodie (bevorzugt mit Rückenaufdruck) ist man gut gekleidet – das gilt für Männer wie auch für Frauen. Im Allgemeinen bevorzugen wir Sneaker und Stiefel und viele lieben immer noch skinny Jeans (die, so wurde mir gesagt, schon seit Jahren wieder out sind). T-Shirts in bunten Farben, mit oder ohne Aufdruck oder auch mal ganz in Schwarz sowie Kleider und Röcke in allen Längen und Mustern sind zahlreich vertreten. Ab und zu sieht man auch mal ein Cardigan, aber dann entweder in Bunt oder weil es zu kalt für nur ein T-Shirt ist. Der meistgetragendste Stil am Fachbereich fällt eindeutig unter „Cosy Casual“, da der Wohlfühlfaktor immer noch das Hauptkriterium bei der Kleiderwahl ist.

 

Cosy Casual: Hoodie, Weste und Jeans - 10/10.
Cosy Casual: Ein bedrucktes T-Shirt ist Key-Piece.

 

Zwischen den Leuten, die es gerne gemütlich haben, finden sich auch Outfits mit klaren „Stilvorhaben“. Ganz in Keith Haring Prints gekleidet? Kein Problem. Im Frühsommer in Gedanken auf Santorin mit einem Aperol in der Hand? Auch das kriegen wir hin. Casual but make it Gothic? Sign us up! Hippie-Hexen von der hellen und dunklen Seite der Macht? Auch diese können im Fachbereich angetroffen werden. Last but not least, die Mischung aus „cozy cottage core“ mit einem Hauch „dark academia“? Können wir.

 

Keith Haring von Kopf bis Fuß.
Santorini Calling: Luftige Sommerkleider und bunte Prints.
Casual Gothic: Wohlfühlfaktor mit schwarzer Seele.
Dark Hippie Witch: Gemütlich aber gefährlich.
Light Hippie Witch: Nach dem Unterricht gehts zum Gärtnern.
Cottage Core meets Dark Academia hat einfach Stil.

 

Die Stile der (angehenden) Bibliothekar*innen sind so unterschiedlich wie die Menschen an sich. Wir tragen das, worauf wir Lust haben und worin wir uns wohlfühlen und das macht uns nicht zu schlechteren Vertreter*innen unserer Berufsgruppe. Natürlich sind auch bei uns ein paar „cores“ vertreten, doch mit Librariancore können wir leider nicht dienen. Und wer möchte schon gerne als „sexualisiertes Klischee“ rumlaufen? Ich denke niemand. Dann doch lieber Jeans und Hoodie.

ir


Quellen: 

1-5: Özkalgay, Irem. „Librariancore: Wie Bibliothekarinnen 2024 die neuen Stilikonen warden.“ VOGUE Germany, 04. Januar 2024, https://www.vogue.de/artikel/librariancore-trend-2024. Zuletzt aufgerufen am 14.01.2024

6: Der Autor des Zitats möchte gerne anonym bleiben.

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Adventskalender (24): Die Hogwarts-Bibliothek aus "Harry Potter" #aubib Sun, 24 Dec 2023 05:00:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/24/adventskalender-24-die-hogwarts-bibliothek-aus-harry-potter/ post-752 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/24/adventskalender-24-die-hogwarts-bibliothek-aus-harry-potter/ Student/in Adventskalender (24): Die Hogwarts Bibliothek aus "Harry Potter" Adventskalender (24): Die Hogwarts-Bibliothek aus "Harry Potter" by Student/in 24-12-23

Categories: Adventskalender

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt sind wir auch schon wieder am Ende unseres "Adventskalenders" angekommen. Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinen Kolleg*innen für all die interessanten, informativen und humorvollen Vorstellungen ihrer Lieblingsbibliotheken. Wir hoffen Sie hatten beim Lesen unserer Beiträge genauso viel Spaß, wie wir beim Schreiben. 

Zum Ende der Adventszeit wird mir nun die große Ehre zuteil, Ihnen allen, im Namen der Kurse 21/24, 22/25 & 23/26, frohe Weihnachten und ruhige, besinnliche Feiertage zu wünschen. Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Und last but not least: Kalendertürchen Nummer 24

Szene aus Harry Potter und der Feuerkelch

Der Zauber der Worte: Eine Ode an die Hogwarts-Bibliothek

In den verwunschenen Hallen von Hogwarts, wo sich die Magie in jeder Ecke verbirgt, erhebt sich ein Ort, der nicht nur Wissen birgt, sondern auch eine Aura von Geheimnis und Faszination. Die Hogwarts-Bibliothek, ein prächtiges Refugium der Weisheit, trägt die Geschichten von Zauberern und Hexen, vergessenen Zaubersprüchen und geheimen Künsten wie ein lebendiges Zeugnis der zauberhaften Welt.

Doch in diesem paradiesischen Wissenshort gibt es auch einen Schatten, eine verbotene Tür zu einer Abteilung, die nur den Tapfersten zugänglich ist. Die "Verbotene Abteilung" ist ein geheimnisvoller Bereich, der in die Dunkelheit der Bibliothek gehüllt ist. Hier ruhen Bücher von unergründlicher Finsternis, gefährlich und unzugänglich für die meisten Schüler. Hier offenbart sich das Böse und Gefährliche, das sich hinter den Schutzzaubern und den gewaltigen Buchrücken verbirgt. Eine Dualität der Magie – der Zauber des Wissens und die Gefahren der Dunkelheit sind gleichermaßen präsent.

In diesen majestätischen Hallen der Bibliothek, wo Bücher auf den Regalen zu flüstern scheinen und die Luft von der Sehnsucht nach Wissen erfüllt ist, begleiten wir Harry, Ron und Hermine bei ihren ersten Schritten in Richtung ihrer epischen Abenteuer. So entdecken sie Informationen, die ihnen im Laufe ihrer Schulbahn ein ums andere Mal bei der Bekämpfung des Bösen nützlich werden.

Die Hogwarts-Bibliothek ist somit für seine Schüler*innen mehr als nur ein Ort des Lernens. Sie wird zu einem Zufluchtsort, an dem die Charaktere nicht nur Wissen erwerben, sondern auch ihre Ängste und Herausforderungen überwinden.

In der zauberhaften Welt von Harry Potter ist die Bibliothek mehr als nur ein Ort aus Stein und Pergament, sondern ein lebendiges Wesen, das seine Türen zu den Geheimnissen der Zauberkunst öffnet. Mit ihrer verbotenen Abteilung im Herzen, bleibt sie eine fesselnde Allegorie für die Komplexität der Magie und die ewige Suche nach Erkenntnis.

 

Bildquelle: Warner Bros. (2005): "Harry Potter und der Feuerkelch"

- CW

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Adventskalender (23): Orne Libary #aubib Fri, 22 Dec 2023 21:20:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/22/adventskalender-23-orne-libary/ post-751 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/22/adventskalender-23-orne-libary/ Student/in Ya na kadishtu nilgh'ri stell'bsna Nyogtha, K'yarnak phlegethor l'ebumna syha'h n'ghft, Ya hai kadishtu ep r'luh-eeh Nyogtha eeh, s'uhn-ngh athg li'hee orr'e syha'h. Adventskalender (23): Orne Libary by Student/in 22-12-23

Categories: Adventskalender

Fenster

Orne Library in der Miskatonic University
Der Stolz der Miskatonic Universität, die Orne Bibliothek ist eine Sammlung von über 400,000 Monographien, Pamphlets, Flugblättern und Dokumenten. Ph'nglui mglw'nafh Man findet hier nicht nur graue Literatur, sondern auch alte Folianten die die Vergangenheit New England´s aufarbeiten, mit Themen wie "Die Hexenprozesse von Salem". Erwähnenswert sind wgah'nagl fhtagn die Spezialkollektionen und die Schatzkammer. Der Schwerpunkt der Bibliothek liegt in den Okkult- und Arkanstudien.
Die Mitarbeiter der Bibliothek unternehmen regelmäßig Expeditionen um neue Bestände für die Spezialkollektion zu besorgen. Die auf diese Reisen gefundenen Werke und Artefakte sind oft in der Schatzkammer untergebracht und dürfen nur mit Nutzungsausweiß und besonderer Erlaubnis verwendet werden. 
 Das aus örtlichem Granit gefertigte dreistöckige Gebäude wurde am Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, nachdem das originelle Haus im Jahr 1878 unter bisher noch ungeklärten Umstanden zerstört worden ist ph'nglui mglw'nafh.
Ph'nglui mglw'nafh Cthugha Fomalhaut n'gha-ghaa naf'lthagn.

 

Ya na kadishtu nilgh'ri stell'bsna Nyogtha,
K'yarnak phlegethor l'ebumna syha'h n'ghft,
Ya hai kadishtu ep r'luh-eeh Nyogtha eeh,
s'uhn-ngh athg li'hee orr'e syha'h.

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Adventskalender (22): Oodi Bibliothek, Helsinki #aubib Fri, 22 Dec 2023 00:30:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/22/adventskalender-22-oodi-bibliothek-helsinki/ post-750 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/22/adventskalender-22-oodi-bibliothek-helsinki/ Student/in Adventskalender (22): Oodi Bibliothek, Helsinki Adventskalender (22): Oodi Bibliothek, Helsinki by Student/in 22-12-23

Categories: Adventskalender Bibliotheken | International

 

Die Oodi Bibliothek in Helsinki, der Hauptstadt Finnlands, ist ein architektonisches Juwel und ein herausragendes Beispiel für modernes Design und kulturelle Innovation. Seit ihrer Eröffnung im Dezember 2018 hat sie sich als Zentrum des Wissens, der Kreativität und der Gemeinschaft etabliert. Das preisgekrönte Gebäude wurde von ALA Architects entworfen und steht für Offenheit, Zugänglichkeit und Vielfalt.

Die Einrichtung bietet eine breite Palette an Dienstleistungen und Ressourcen, die die Bedürfnisse unterschiedlichster Besucher*innen erfüllen. Das Herzstück der Oodi ist ihre umfangreiche Sammlung von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und digitalen Medien, die von Besuchern aller Altersgruppen genutzt werden können. Unterstützt wird das Bibliothekspersonal bei ihrer Arbeit von drei selbständig fahrenden Robotern, die nach Charakteren aus finnischen Kinderbüchern benannt sind.

Darüber hinaus bietet die Oodi innovative Services wie Maker Spaces mit 3D-Druckern, Schneidemaschinen und anderen Werkzeugen für kreative Projekte. Es gibt Studios für Audio- und Videoproduktion, in denen Nutzer*innen ihre eigenen Inhalte erstellen können. Workshops und Schulungen zu verschiedenen Themen wie Programmierung, Handwerk und digitaler Bildbearbeitung werden ebenfalls angeboten.

Die Bibliothek fungiert auch als Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Diese vielfältigen Programme fördern den kulturellen Austausch und bieten eine Plattform für lokale Künstler*innen und Gemeinschaftsprojekte.

Neben den Dienstleistungen und kulturellen Angeboten ist das Gebäude selbst ein Highlight. Zu der beeindruckenden Architektur zählen großzügige öffentliche Räume, eine gläserne Fassade und eine Dachterrasse mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt.

Zusammenfassend ist die Oodi Bibliothek also nicht nur ein Raum der Lehre und Forschung, sondern auch ein sozialer Knotenpunkt, an dem die Gemeinschaft zusammenkommt, um Ideen auszutauschen und zu verwirklichen. Das Konzept der Bibliothek als sogenannter „Dritter Ort“ wird in Helsinki auf eine inspirierende und einzigartige Weise umgesetzt.

-HK

 

 

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Adventskalender (21): Die Bibliothek aus „Die Zeitdetektive“ #aubib Thu, 21 Dec 2023 00:00:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/21/adventskalender-21-die-bibliothek-aus-die-zeitdetektive/ post-749 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/21/adventskalender-21-die-bibliothek-aus-die-zeitdetektive/ Student/in Adventskalender (21): Die Bibliothek aus „Die Zeitdetektive“ Adventskalender (21): Die Bibliothek aus „Die Zeitdetektive“ by Student/in 21-12-23

Categories: Adventskalender

Für mich waren Bibliotheken als Kind immer ein geheimnisvoller Ort. Hinter den schweren Türen warteten Millionen von Welten nur darauf, von mir entdeckt zu werden. Ich wusste nie, welches Abenteuer mich auf den Seiten erwartet und welche Geschichte ich heute erlebe. Das geballte Wissen erschlug mich fast und wenn ich nach Stunden das Gebäude wieder verließ, mit leuchtenden Augen und dem Kopf noch halb in der Vergangenheit, kam ich mir um einiges reicher vor, mit neuem Wissen, neuen Erlebnissen und dem befriedigenden Gefühl, wieder ein Geheimnis aufgedeckt zu haben.

So ähnlich geht es auch Kim, Leon und Julian, den Hauptpersonen meiner Lieblings-Kinderbuchserie „Die Zeitdetektive“ von Fabian Lenk. Mit dem großen Unterschied, dass sich in ihrer Bibliothek ein echtes Tor in andere Welten verbirgt.

In Siebenthann, der Heimatstadt der Zeitdetektive, liegt das alte Benediktinerkloster St. Bartholomäus. Gebaut 780 n. Chr., dient es heute hauptsächlich als Museum, aber auch eine Bibliothek ist darin untergebracht. Der öffentlich zugängliche Teil ist die Stadtbibliothek des Ortes, doch der ältere Teil dieser Bibliothek ist natürlich interessanter. Insgesamt erstreckt sie sich über drei Stockwerke, in denen tausende von Büchern zu finden sind. Julians Opa, der Klosterbibliothekar, hat seinem Enkel einen Schlüssel zu diesen heiligen Hallen vererbt und mit ihm einen Brief, in dem er von einem Geheimnis erzählt. Die Freunde kommen mit dem Schlüssel am liebsten außerhalb der Öffnungszeiten, oft, um für Geschichtsreferate zu recherchieren.

Auch sie halten sich am liebsten im alten Teil der Bibliothek auf. Hier sind besonders schöne und wertvolle Bücher und Schriftrollen in Vitrinen ausgestellt, aber der wahre Schatz befindet sich tief im Inneren des Gebäudes. Am Ende einer Wendeltreppe befindet sich ein Raum mit einem Regal, das auf im Boden eingelassenen Schienen steht. Schiebt man diese beiseite, kommt eine Pforte zum Vorschein, aus schwarzem Holz und verziert mit zahlreichen Symbolen, Sternen, Schriftzeichen, Totenköpfen: Der Eingang zu einem Zeit-Raum, Tempus.

Das Innere von Tempus erscheint nicht weniger geheimnisvoll: Der Boden pulsiert im Rhythmus der Zeit und hinter dem bläulichen Nebel verstecken sich zahlreiche Türen. Sie sind scheinbar willkürlich angeordnet, über jeder von ihnen steht eine Jahreszahl und außerdem dringen verschiedenste Geräusche aus den Türen in den Raum und erfüllen die Luft. Eine Zeitreise funktioniert verhältnismäßig einfach: Nur die Tür mit der richtigen Jahreszahl finden, sich beim Hindurchtreten den Ort vorstellen, an den man möchte und schon ist man in der Vergangenheit. Um zurückzukommen muss man nur zum selben Ort zurück, an dem man angekommen ist und Tempus befördert einen wieder in die richtige Zeit. In der praktischerweise keine Sekunde vergangen ist.

Wann immer die drei ein Geheimnis in der Vergangenheit wittern, begeben sie sich in ihre Heimatbibliothek, um dem auf die Spur zu gehen. Begleitet werden sie dabei von Kija, einer Katze die ihnen aus dem Ägypten zu Pharaonin Hatscheputs Zeiten gefolgt ist und seitdem nicht mehr von der Seite weicht. Dass die Abenteuer der vier nicht immer ganz ungefährlich ablaufen, erklärt sich schon fast von selbst und so gerne ich als zwölfjähriger Pimpf auch in Tempus gefolgt wäre, so froh bin ich heute darum, dass ich eingekuschelt auf meiner Couch sitzen bleiben kann und all diese Geschichten erlebe, ohne mich auch nur einen Zentimeter bewegen zu müssen.

- lk

(Bildquelle: pixabay.com/de/photos/b%C3%BCcher-b%C3%BCcherei-bibliothek-lesen-614711/)

 

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Adventskalender (20): Nakajima Library #aubib Wed, 20 Dec 2023 11:00:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/20/adventskalender-20-nakajima-library-2/ post-747 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/20/adventskalender-20-nakajima-library-2/ Student/in Adventskalender (20): Nakajima Library Adventskalender (20): Nakajima Library by Student/in 20-12-23

Categories: Adventskalender

Innenansicht

Die Nakajima Bibliothek, welche zu der Akita International University (AIU) in der japanischen Präfektur Akita gehört, erfüllt den Traum jedes Besuchenden: Sie hat 24 Stunden das ganze Jahr lang über geöffnet. Der Grund dafür ist, dass Studierende niemals eine zeitliche Beschränkung für ihre Lernzeiten, welche sie in der Bibliothek verbringen möchten, haben sollen. Sie ist japanweit die einzige Bibliothek, die dem Prinzip der dauerhaften Öffnung nachgeht. 

 

Der Bestand aus hauptsächlich westlicher Literatur (60% vom Gesamtbestand sind fremdsprachige Bücher) ist unterteilt in sowohl „normale“ als auch digitale Bücher, welche sich vor allem auf Geisteswissenschaften fokussieren. Studierende, Mitarbeitende und normale Nutzende haben die Möglichkeit, jederzeit und von jedem Standort auf die Medien zuzugreifen. Die Bibliothek bietet zusätzlich Workshops an, in welchen man lernt, digitale Ressourcen zu benutzen. 

 

Was einem bei der Bibliothek sofort ins Auge sticht, ist die einzigartige Architektur. Das Gebäude wird als „Book Colosseum“ bezeichnet, da es (halb-)kreisförmig ist und somit dem international bekannten Kolosseum in Rom ähnelt.

Wenn man man die Decke ansieht, kann man erkennen, dass diese wie ein Schirm aufgebaut ist. Für die Ausarbeitung der Decke benutze der Architekt namens Mitsuru Senda altertümliche Bautechniken der Präfektur Akita. Das Holz stammt von der Japanischen Zeder, welche in Akita wächst und gerne als beliebtes Baumaterial benutzt wird. Anscheinend kann man den leichten Holzgeruch im Gebäudeinneren riechen und wird als beruhigend empfunden. 

Da das Gebäude sehr offen und zentral aufgebaut ist, hat man die Möglichkeit, in den oberen Stockwerden hinter der Bücherregalen zu arbeiten, um nicht von der Sicht auf andere BesucherInnen abgelenkt zu werden. Die Arbeitsplätze sind nicht nur mit Licht und Stromanschluss ausgestattet, sondern haben auch sich farblich unterscheidende Stühle. Je nach Farbe wird erkannt, ob es ein eher hoher oder niedriger Stuhl ist und somit die eigenen Ansprüche an einen gemütlichen Sitzplatz erfüllen kann. Dies ein wichtiges Detail, da man somit nachvollziehen kann, dass die Bibliothek sich in die Lage der Besuchenden versetzt hat und versucht, einen angenehmen Besuch zu ermöglichen. 

 

Die Nakajima library wird als eine der schönsten Bibliotheken Japans gesehen und ist definitiv einen Besuch wert!

LH

Bildquelle: https://www.uib.no/sites/w3.uib.no/files/styles/content_main/public/media/brukt_aiu_nakajima_library_resize_1296x864.jpg?itok=m4aXgIXX

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Adventskalender (19): Black Library of Chaos (Warhammer 40k) #aubib Tue, 19 Dec 2023 11:16:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/19/adventskalender-19-black-library-of-chaos-warhammer-40k/ post-744 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/19/adventskalender-19-black-library-of-chaos-warhammer-40k/ Student/in Adventskalender (19): Black Library of Chaos Adventskalender (19): Black Library of Chaos (Warhammer 40k) by Student/in 19-12-23

Categories: Adventskalender

"Wisdom comes from remembering the past and taking responsibility for the future." 

~ Book of Magnus, eines der Bücher, die in der Schwarzen Bibliothek aufbewahrt werden

 

Im 41. Millennium gibt es nur den Krieg.

Zwischen den Sternen gibt es keinen Frieden, verschiedenste Völker kämpfen um Macht und den Erhalt ihrer eigenen Kultur. Raumschiffe ähnlich gotischer Kathedralen kreuzen durch die Galaxis, insektenartige Wesen verschlingen ganze Planeten, Millionen von Soldaten sterben einen grausigen Tod für das Fortbestehen der Menschheit; und über allem liegt das schallende Gelächter blutdürstiger Götter.

Das Universum von Warhammer wird also nicht umsonst als „dunkel-düster“ bezeichnet, doch auch in einem von Krieg zerrissenem Universum ist Wissen immer noch Macht. Besonders das Wissen über den Warp, eine Dimension, die neben dem materiellen Universum existiert und am einfachsten als "die Hölle" bezeichnet werden könnte. Dort leben Dämonen und ihre Meister, die vier Götter des Chaos, die es immer wieder schaffen in das materielle Universum durchzubrechen und Tod und Verderben zu bringen. Für die meisten (oder besser mal gesagt, die glücklichen Unwissenden) ist der Warp nichts weiter als ein schauriges Mysterium, ein Ort erschaffen aus Alpträumen… Doch für die Mutigen (und Leichtsinnigen) ist der Warp ein Ort unbändiger Macht.

Die „Black Library of Chaos“ ist der Hort dieses Wissens, in dem Schriften und Folianten aufbewahrt werden, in denen alles niedergeschrieben ist, was es über den Warp zu wissen gibt. Seine Gefahren, Einflüsse und Versuchungen (und glaubt mir, davon gibt es sehr, sehr viele). Auch Chroniken über fast jedes wichtige geschichtliche Ereignis und die Geschichten der meisten Völker des Universums sind dort zu finden.

Fast alle dieser Bücher sollte man wohl in den Giftschrank stellen, doch den Erbauern dieser Bibliothek reichte das nicht… und so bauten sie die wohl sicherste Bibliothek der Galaxis. Die „Black Library“ befindet sich auf einer sogenannten „Craftworld“, einem planetengroßen Raumschiff, das ständig durch das „Netz der Tausend Tore“ fliegt, ein gewaltiges Labyrinth aus Tunneln durch den Warp. So ist die Bibliothek so gut wie unmöglich zu finden und auch wenn man durch sehr viel Glück darauf stoßen würde, dann… naja, dann sieht man sich mit sehr strengen Zugangsbeschränkungen konfrontiert. Die Bibliothek lässt nicht jeden durch ihre Tore, nein, sie ist lebendig und sucht sich ihre Besucher selbst aus.

Bis jetzt hat es nur ein Mensch geschafft in diese Bibliothek einzudringen (etwas, an dem selbst genmodifizierte Supersoldaten gescheitert sind) und der hat gleich Mal ein Buch mitgenommen und nie wieder abgegeben.

Zuletzt habe ich ein wenig in den Akten des Ordo Malleus (eine Untergruppe der Inquisition des Imperiums der Menschheit) gestöbert und bin auf ein paar Rezensionen gestoßen, die in den letzten Jahrhunderten zur Black Library verfasst wurden.

4,5/5 Sterne

Ein wirklich fantastischer Bestand und eine wunderschöne Bibliothek! Ich habe nach einem Buch zu Dämonbeschwörung gesucht und gleich ein ganzes Regal voll darüber gefunden. Natürlich habe ich auch gleich ein Ritual ausprobiert, um meinem Dunklen Gott zu huldigen. Ich war sehr zufrieden, als mir tatsächlich ein Dämon erschienen ist. Leider konnte ich ihn nicht kontrollieren und er hat meinen ganzen Planeten verwüstet, deswegen ein halber Stern abzug.

1/5 Sterne

Nicht auffindbar! Verschwenden Sie nicht ihre wertvolle Lebenszeit, um nach dieser Bibliothek zu suchen. Ich bin mit meiner Crew mehrere Jahrzehnte durch den Warp geirrt und habe die Bibliothek nicht zu Gesicht bekommen! Würde am liebsten Null Sterne geben…

2/5 Sterne

Ich habe extra den langen Weg zu dieser Bibliothek auf mich genommen, um für einen Schlachtplan… ähm… ich meine eine Forschungsarbeit ein Buch einzusehen. Leider musste ich feststellen, dass GENAU DIESES Buch nicht verfügbar war. Der Bibliothekar erzählte mir, dass es vor ein paar Jahren entwendet wurde. Sonst eine sehr gut sortierte Bibliothek.

 

Bild von https://pixabay.com/de/illustrations/buch-mystik-magie-zauber-mystisch-1769625/ 

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Adventskalender (18): Die unsichtbare Bibliothek #aubib Mon, 18 Dec 2023 05:01:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/18/adventskalender-18-die-unsichtbare-bibliothek/ post-741 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/18/adventskalender-18-die-unsichtbare-bibliothek/ Student/in Adventskalender (18): Die unsichtbare Bibliothek Adventskalender (18): Die unsichtbare Bibliothek by Student/in 18-12-23

Categories: Adventskalender

Bibliothekare sind Menschen, die seltene Bücher stehlen und somit Welten vor dem Fall ins Chaos schützen. Das ist die Berufsbeschreibung für Bibliothekare in der Welt der unsichtbaren Bibliothek von Genevieve Cogman.
Ihr Job ist es (wenn sie im Außendienst arbeiten) einzigartige, ungewöhnliche oder rare Bücher in den unterschiedlichsten Welten zu beschaffen. Da können einem bei der Arbeit auch mal Drachen, Luftschiffe oder Elfen begegnen.

Aufgabe eines Bibliothekars ist es diese Bücher in die Bibliothek zu bringen. Beschrieben wird die Bibliothek als ein Ort für Literatur, die Welten stabilisieren soll. Die Bibliothek hat keinen weiteren Namen und ist auch in der ganzen Buchreihe immer fettgedruckt. Sie ist ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Darunter finden sich immer mehr Welten, die von Chaos versucht sind. Naturgesetzte und Logik werden durch Chaos aufgelöst. Je größer die Verseuchung durch Chaos einer Welt ist, desto häufiger sind bizarre Technik, mythologische Wesen und unberechenbare Magie vorzufinden.

Ein Vorteil bei Einsätzen in anderen Welten ist für Bibliothekare die Sprache. Lesen und Benutzen können die Sprache nur Bibliothekare. Mit der Sprache können sie bestimmte Aspekte der Wirklichkeit beeinflussen. Bibliothekare wirken sie in Schrift oder in gesprochener Form. So können sie in einer Bibliothek einer Tür den Befehl „Öffne dich zur Bibliothek“ geben und gelangen wieder in die Bibliothek.

Für die Hauptperson Irene Winters ist von Höllenhunden gejagt zu werden und Dinge explodieren zu lassen nur der nebensächliche Teil ihrer Arbeit. Worum es ihr geht, sind Bücher zu beschaffen. Gespannt darauf zu sein, wie eine Geschichte ausgeht, gehöre einfach zu dem Leben einer Bibliothekarin. Der Sinn der Bibliothek sei ihrer Meinung nach einzigartige Werke der Literatur zu finden und sie an einem Ort außerhalb von Raum und Zeit sicher aufzubewahren. Auch wenn es zahlreiche Gerüchte gibt, dass die Bibliothek einen tiefsinnigeren Zweck verfolge…

Ganz nach dem Leitsatz für Bibliothekare: „Was wir nicht wissen, erforschen wir“ findet Irene so einiges heraus…

jb

 

 

(Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/b%C3%BCcher-bibliothek-lesen-bildung-2606859/)

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Adventskalender (17): Die Zitadellenbibliothek aus "Game of Thrones" #aubib Sun, 17 Dec 2023 11:16:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/17/adventskalender-17-die-zitadellenbibliothek-aus-game-of-thrones/ post-731 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/17/adventskalender-17-die-zitadellenbibliothek-aus-game-of-thrones/ Student/in Adventskalender (17): Zitadellenbibliothek aus Game of Thrones Adventskalender (17): Die Zitadellenbibliothek aus "Game of Thrones" by Student/in 17-12-23

Categories: Adventskalender

In einer mittelalterlich angehauchten Welt voller feuerspeiender Drachen, blutiger Intrigen und glorreicher Schlachten ragt ein monumentales Bauwerk als strahlendes Symbol des Wissens aus der Dunkelheit empor – strahlend im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Bibliothek der Zitadelle aus der epischen Serie „Game of Thrones“ ist im gigantischen Leuchtturm der Stadt Altsaß untergebracht. Als wäre diese offenkundige Leuchtturm-Anspielung auf  Alexandria und dessen berühmte antike Bibliothek nicht genug, so wird dem Zuschauer aus der Sicht des angehenden Bibliothekars Samwell Tarly die Bedeutung der Zitadelle als Universalbibliothek vor Augen geführt: beim Betreten des inneren Kuppelsaals säumen sich unzählige Büchercodizes und Schriftrollen aus allen Teilen der Kontinente Westeros und Essos an den Wandregalen, die bis in die Höhen des Turmes hinaufreichen und über Treppen an den Fassaden zu erreichen sind.

Allerdings sollte sich der gemeine Nutzer keine allzu großen Hoffnungen machen, auch nur eines der Tausenden von angeketteten Büchern je lesen zu dürfen: wie bei allen Bibliotheken des dunklen Zeitalters sind auch die Bestände der Zitadelle nur einem eingeschränktem Kreis an alphabetisierten Herren in langen, abgetragenen Roben zugänglich, die trotz der Reife ihres Alters die bemerkenswerte Kondition aufbringen, den ganzen Tag lang mit denselben Ketten um den Leib anliegend herumzulaufen, mit welchen sie zugleich ALLE Bücher (!) ihres Bestandes an den Regalen befestigen. Derlei Sicherungsmaßnahmen mögen in einer fiktiven Welt ohne Buchdruck auch nicht verwunderlich sein: in den Scriptorien der Zitadelle tuen sprachgewandte Maester den lieben langen Tag lang nichts anderes, als unter dem Schein des einfallenden Sonnenlichts tonnenweise Schriftgut Zeile für Zeile mittels Federkiel und Tintenfässchen zu kopieren, um so das kulturelle Erbe der Werke für die Nachwelt zu erhalten; in der Hoffnung, diese würde aus den Fehlern ihrer Vorväter lernen und eine von Selbstbewusstsein angeleitete Besonnenheit aus den bewältigten Krisen vergangener Tage schöpfen: Oder, um es mit den eindrucksvoll vorgetragenen Worten des leitenden Erzmaesters Marwyn auszudrücken:

 

Wir sind das Gedächtnis dieser Welt, Samwell Tarly. Ohne uns wären die Menschen kaum besser als Hunde, haben nur die letzte Mahlzeit in Erinnerung und allenfalls die nächste vor Augen. Und verlässt du mal das Haus und schließt die Tür, jaulen sie, als gingest du für immer weg! Als Roberts Rebellion wütete, glaubten die Menschen, das Ende sei nah;  das Ende der Targaryen-Dynastie – wie sollen wir das überleben? Als Aegon Targaryen seinen Blick nach Westen richtete und seine Drachen an den Schwarzwasser schickte – das Ende ist nah, wie sollen wir das überleben? Und tausende Jahre davor – während der langen Nacht – kann man es ihnen nachsehen, dass sie dachten, das Ende sei gekommen, aber das war es nicht! Das war es niemals!“

 

Diese inspirierende Botschaft mag der wissbegierige Samwell Tarly auch schon zuvor verinnerlicht haben, als er sich zu Beginn mit einem Empfehlungsschreiben von der Nachtwache um eine Stelle als Anwärter bewirbt. Doch alle bereits ausgestandenen Gefahren und Abenteuer - alle plündernden Wildlinge, alle kriminellen Abtrünnigen der Nachtwache, ja sogar die monströsen, unsterblichen White Walker - waren NICHTS im Vergleich zu Sams unumstrittenen Endgegner: dem finster dreinblickenden Bibliothekar am Empfangsschalter!

Als hätte man jedwedes traumatische Horror-Erlebnis aus Nutzersicht mit sämtlichen popkulturell verankerten Stereotypen des bibliothekarischen Berufsstandes zu einem großen Ganzen fusioniert, liefert diese Inkarnation des Bösen alles Negative, was man über unsereins zu wissen glaubt: in völliger Unbeweglichkeit am Tisch verharrend und mit beidseitigem Lupengestell in seine Arbeit vertieft, schaut er erst nach überdeutlichem Räuspern Samwells zu diesem hinauf – die Lupe als Röntgenbrille nutzend, um im maximalen Misstrauen die zweifellos finsteren Absichten seines ungebetenen Gastes zu entschleiern. Dabei zeigt er sich sowohl im körperlichen als auch im geistigen Maße extrem unflexibel, indem er Sam zunächst über die halbe Tischlänge beugend die Empfehlung aushändigen lässt und ihn danach auf die Irregularität seines Bewerbungsantrags ohne jedwede Lösungsvorschläge hinweist. Emotionen sucht man in dem Gesichtsausdruck des nicht-blinzelnden Maesters vergebens – außer in dem Moment, in dem er nonchalant auf die geltenden Zulassungsbeschränkungen hinweist, die Sams Familie vom Kreis der potenziellen Nutzerschaft ausschließen:

 

„Kein Zutritt für Frauen und Kinder!!!“

 

Bildquellen:

 

Bild 1 - Zitadellenturm von Altsaß: Screenshot aus der Serie „Game of Thrones” (Staffel 6, Episode 10, 00:27:03)

Bild 2 - Bibliothek von innen: Screenshot aus der Serie „Game of Thrones” (Staffel 6, Episode 10, 00: 27:31)

Bild 3: Der Bibliothekar am Empfangsschalter: Screenshot aus der Serie „Game of Thrones (Staffel 6, Episode 10, 00:30:05)

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Adventskalender (16): Die Bibliothek von Wan Shi Tong #aubib Sat, 16 Dec 2023 00:01:00 +0100 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/16/adventskalender-16-die-bibliothek-von-wan-shi-tong/ post-740 https://www.aubib.de/blog/article/2023/12/16/adventskalender-16-die-bibliothek-von-wan-shi-tong/ Student/in Adventskalender (16): Die Bibliothek von Wan Shi Tong Adventskalender (16): Die Bibliothek von Wan Shi Tong by Student/in 16-12-23

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Wan Shi Tong

Eigentlich sollte man glauben, dass eine Bibliothek da ist um benutzt zu werden. Nun, bei der Geisterbibliothek von Wan Shi Tong im Universum von „Avatar - Der Herr der Elemente“ (nein, das hat nichts mit James Camerons blauen Wesen zu tun) ist das nicht (mehr) ganz zutreffend. Denn der titelgebende Bibliothekar, die große Geistereule Wan Shi Tong, hat mit der Zeit den Glauben an die Menschheit verloren. Seit einigen unschönen Ereignissen, wie zum Beispiel zerfetzten Schriftrollen und mutwilliger Brandstiftung, ist die Benutzung der Bibliothek durch Menschen inzwischen untersagt. Dies, der 100-jährige Krieg und die Tatsache, dass die Bibliothek weit fernab jeglicher Zivilisation in der Si Wong-Wüste bis auf die Spitze des höchsten Turms der höchsten Kuppel im Sand versunken ist, lassen sie fast in Vergessenheit geraten.

Team Avatar, die Gruppe unserer Serienprotagonisten, erfährt auch nur zufällig von ihrer Existenz. Gemeinsam mit einem begeisterten Forscher können sie die Bibliothek ausfindig machen und sogar Wan Shi Tong überzeugen, ihnen einen Blick in die wertvollen Bestände zu erlauben. An dieser Stelle erfahren wir auch einiges über den Bestandsaufbau. Fuchsähnliche Wesen, genannt Wissenssucher, werden von Wan Shi Tong ausgesandt, um in der ganzen Welt Wissen zusammenzutragen und es ihm zu bringen. Das dabei einiges schiefgehen kann zeigt die Tatsache, dass Wan Shi Tong einmal fälschlicherweise berichtet wurde, dass sich im Radio ein kleiner Mensch befinden würde, der singt und tanzt. Offenbar gibt es auch keinen Bibliothekskatalog, aber als (fast) allwissende Eule scheint ein solcher nicht notwendig zu sein. Unüblicherweise müssen sich auch die Nutzer am Bestandsaufbau beteiligen, denn wer sich am Wissen der Bibliothek bedienen will, muss zuvor Wissen beitragen, indem er Wan Shi Tong etwas erzählt, das dieser noch nicht wusste. Ansonsten gilt nur eine große Regel: Das Wissen der Bibliothek darf nicht für zerstörerische Zweck benutzt werden. Da Team Avatar sich daran jedoch nicht hält (sie wollen ja schließlich die böse Feuernation angreifen), entscheidet Wan Shi Tong die Bibliothek endgültig zu versenken. Team Avatar kann entkommen, doch der bereits genannte Forscher meint, er könnte eine Ewigkeit hier lesen und entscheidet sich deshalb zu bleiben.

In „Die Legende von Korra“, einer Fortsetzung zu „Avatar“, erfahren wir schließlich, dass die Bibliothek sich inzwischen in der Geisterwelt befindet. Etwa 70 Jahre nachdem er die physische Welt verlassen hat scheint Wan Shi Tongs Abneigung gegen Menschen nicht geschmälert. Doch nachdem es dem neuen Avatar gelungen ist eine Verbindung zwischen den beiden Welten zu öffnen entscheidet er sich, den Menschen doch noch eine zweite Chance zu geben.

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