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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Die Nationalbibliothek Malta - ein historischer Aufriss

Avatar of Student/in Student/in | 26. Juni 2023 | Bibliotheken | International



Um die Büchersammlungen des Johanniterordens und Nachlässe von verstorbenen Kreuzrittern zu bewahren, welche auf Grundlage eines Dekrets seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vererbt wurden, sah man auf Malta die Notwendigkeit eines neuen Gebäudes zur Erhaltung dieser wertvollen Güter.

Eine Bibliothek musste also her! - Schließlich gab der Ordensritter Baili Frau Jean Louis Guérin de Tencin den Auftrag, ein solche zu errichten und gilt damit als Begründer der Staatsbibliothek Maltas. Als de Tencin 1766 starb, hinterließ er eine Büchersammlung von etwa 9700 Bänden, welche den Grundstock der Nationalbibliothek bildeten.

Den Auftrag zur Errichtung des Bibliotheksgebäudes in Vallettas Altstadt erhielt Stefano Ittar (1724-1790), welcher den Bau während der Regierung des Großmeisters De Rohan im Jahr 1769 auch selbst vollendete.

Es sollte aber noch über 40 Jahre dauern, bis Bücher in das neue Gebäude gebracht wurden. Im selben Jahr 1812 eröffnete schließlich der britische Zivilstatthalter Sir Hildebrand Oakes zum Anlass des Geburtstags (4. Juni) von König Georg III. offiziell die ‚Biblioteca Publica‘, womit sie auch als die erste Public Library der Insel diente.

Seitdem erweiterte die Bibliothek ihren Bestand mit Sammlungen von unschätzbarem Wert. 1936 erhielt die Bibliothek den Titel „Royal“ und wurde danach als Royal Malta Library bekannt. Im Jahr 1976 wurde sie umbenannt in die ‚National Library of Malta‘.

Einen bedeutenden Bestandszuwachs erlebte die Bibliothek 1937, also das Archiv des Johanniterordens in die Bibliothek übertragen wurde. Unter den ältesten Urkunden, die im Archiv aufbewahrt werden, befindet sich die ins Jahr 1113 datierte päpstliche Bulle. Mit dieser bestätigte Papst Pascal II. Seine Billigung des Eigentums des Johanniterordens von Jerusalem. Dieses empfindliche Pergament zählt zu den ältesten Urkunden in der Geschichte Europas.

In der Bibliothek findet man unter anderem auch das Archiv der Università dei Giurati (des Inselrates vor 1530), einige Inkunabeln sowie eine Handschriftensammlung zusammen mit einigen Bilderhandschriften aus dem 15. Jhdt.

Als Pflichtexemplarbibliothek des Staates Malta beherbergt die Bibliothek auch eine reiche Sammlung von Melitensia, die in Malta veröffentlichte Bücher, Zeitungen und Zeitschriften einschließt, um die Geschichte der Inseln durch die Jahrhunderte bis heute zu beschreiben.

Die ‚Biblioteca‘, wie sie allgemein genannt wird, ist heutzutage ausschließlich Forschungs- und Nachweisbibliothek und die Bestände der Öffentlichkeit damit nur noch nach Voranmeldung mit konkretem Nutzungsvorhaben einzusehen.
Einen Blick in den Lesesaal durfte ich trotzdem erhaschen und zumindest ein verschwommenes Foto soll als Nachweis für meinen Besuch dieser Bibliothek dienen:

RS
 

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