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Adventskalender (11): Der Fall Jocasta Nu - Servicewüste Coruscant?

Avatar of Student/in Student/in | 11. Dezember 2021 | Adventskalender, Lesestoff



Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…

Ach, das waren noch Zeiten. Während der Zeit der Galaktischen Republik, noch vor den Klonkriegen, beherbergten Millionen Planeten Billiarden an Lebewesen: Kleine und große, junge und alte, Menschen und Aliens. Im Herzen der Republik der Planet Coruscant, funkelndes Juwel und Sitz des Galaktischen Senates.

Und Hauptquartier des Jedi-Ordens, dem legendären Orden aus Mönch-Krieger-Magiern, die seit Jahrtausenden über die Galaxis wachten. Die Macht, Wissen und Selbstdisziplin bildeten die Drei Säulen ihrer Lehre.

Wissen, ja, Wissen. Das schreit ja geradezu nach einer bibliothekarischen Betrachtung des Jedi-Ordens. Wie war denn eigentlich die Situation, was Bestand, Service und Personaldecke betrifft?

(Anmerkung: Im Folgenden soll die Situation vor dem Beginn der Klonkriege, 22 VSY, dargestellt werden).

 

1. Personalsituation

Die gute Nachricht zuerst: Fachpersonal ist vorhanden. Jedi Meisterin Jocasta Nu war zu dieser Zeit bereits seit mehreren Jahrzehnten die bibliothekarische Leiterin (chief librarian) des Ordens. Viele Jahre hatte sie sich um diese wichtige Aufgabe gekümmert, den ganzen Orden und auch einzelne Forscher unterstützt. Ein einzelner Assistent namens Gar war ihr zugeteilt worden, ansonsten ist nicht bekannt, dass weiteres Personal angestellt war, abgesehen von dem ein oder anderen Droiden. In Anbetracht der Tatsache, dass der Orden zu dieser Zeit etwa 10.000 Personen umfasste, war ihr Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe nicht nur aus IK-Sicht klug, sondern eine Notwendigkeit. Die Personalsituation könnte demnach als prekär bezeichnet werden.

Die schlechte Nachricht: Die Institution, die Jocasta Nu leitete, hieß „Jedi-Archiv“, nicht „Jedi Bibliothek“. Dies lässt natürlich die Frage zu, was Frau Nu, die Jedi-Bibliothekarin, hierher verschlagen hatte. Womöglich wurden Archiv und Bibliothek innerhalb des Ordens auch synonym gebraucht, vielleicht war dies einfach „historisch gewachsen“. Vielleicht hatte Jocasta Nu auch ihren beruflichen Traum verfehlt.

 

2. Bestand

Der Name Jedi-Archiv war aber insofern passend, da es vor allem eine große Datenbank zu hosten schien, auf die die Nutzer an einigen wenigen Arbeitsplätzen zugreifen konnten (ob ein Remote-Zugriff möglich gewesen ist, bleibt unbekannt).

Über die genaue Datenmenge und Abdeckung kann man heute nur spekulieren, wahrscheinlich war die Datenbank aber monumental. Die Institutionsleiterin Nu vertrat entsprechend auch einen Allwissenheitsanspruch: "Wenn etwas in unseren Datenbanken nicht zu finden ist, existiert es auch nicht", sagte sie einst zu einem Nutzer. Ein selbstbewusster Ausspruch, vielleicht mehr Slogan denn Wahrheit. Vielleicht war sie ja in ihrem One-Person-Library-Job überfordert, oder hinkte den Trends der Zeit hinterher. Möglicherweise war auch einfach ihr Erwerbungsetat sehr beschränkt.

 

3. Service

Die besagte Anfrage, die auf einen Nutzer namens Obi-Wan Kenobi zurückging, wurde damals nicht weiter bearbeitet. Wahrscheinlich musste Bibliothekarin Nu in Anbetracht der Personalsituation Nutzeranfragen priorisieren, eine Art von informationswissenschaftlicher Triage.

Von ihrem persönlichen Urteil hing auch der Zugang zu einigen besonderen Medien (Jedi Holocrons) ab. Diese konnten nur nach einer bestandenen mental-telepathischen Gesinnungsprüfung eingesehen werden. Nutzer konnten vor Jocasta Nus Augen würdig hierfür sein, oder nicht. Anders ausgedrückt: Ein gutes persönliches Verhältnis zu ihr war auch einem Forschungsvorhaben durchaus zuträglich.

 

Fazit

„Servicewüste Coruscant?“ wurde provokativ gefragt. Wie immer kommt es darauf an. Einem religiösen Orden, ohne den Bildungsauftrag an die Allgemeinheit, ist es natürlich selbst überlassen, wie die eigene Bibliothek/Archiv geleitet wird. Eine große Priorität scheint dieser Sektor, auch bei einem guten vorhandenen Grundstock, aber nicht gehabt zu haben. Nach unten skaliert, und auf die heutige Zeit übertragen, erscheint ein Vergleich mit einer Pfarreibücherei mit eingeschränkten Öffnungszeiten durchaus angebracht.

 

(mb)

 

mb war noch nie auf dem Planeten Coruscant, hat es sich aber fest vorgenommen.

 

 

Literatur und Quellen

George Lucas: Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger. Lucasfilm Ltd., 2002.

http://www.filmzitate.info/index-link1.php?link=http://www.filmzitate.info/suche/film-zitate.php?film_id=467 (25.11.2021).

https://starwars.fandom.com/wiki/Jedi_Archives (25.11.2021).

https://starwars.fandom.com/wiki/Jocasta_Nu (25.11.2021).

 

Bildnachweis

Tumblr-Nutzer*in Cas: Jocasta Nu, 2018, https://jediknvghts.tumblr.com/image/173443397427 (25.11.2021), mit freundlicher Genehmigung.

Meinungen?

2 Kommentar(e)

cl |

22. Dezember 2021

Großartiger Artikel! :)


ag |

11. Dezember 2021

sehr schön geschrieben *tränenlach*