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Die Biblioteca dell'Archiginnasio in Bologna

Avatar of Student/in Student/in | 04. Oktober 2022 | Bibliotheken | International



Um noch ein wenig Urlaubsstimmung in den Herbst zu retten, sei heute eine besondere Bibliothek im sonnigen Bologna vorgestellt: die Biblioteca dell’Archiginnasio. Sie liegt sehr zentral bei der Piazza Maggiore und ist Teil des Palazzo dell’Archiginnasio, der ab 1563 die Universität Bolognas beherbergte. Die Universität, die seit dem 11. Jahrhundert besteht und als älteste in Europas gilt, war insbesondere für das Studium der Rechtswissenschaften und der freien Künste bekannt und zog Studenten und, für die damalige Zeit ungewöhnlich, auch Studentinnen aus allen Ecken Europas (und gelegentlich darüber hinaus) an. Ihre Bekanntheit sorgte dafür, dass Bologna den Spitznamen „la dotta“ (die Gelehrte) bekam. (Den zweiten Spitznamen, „la grassa“ = die Fette, versteht man eventuell beim Gang auf die Waage, nachdem man sich bei seinem Besuch in der Geburtsstadt der Tortellini und Tagliatelle durch die vielen Restaurants gefuttert hat.)

 

Schild Fahrräder verboten
Fahrräder müssen draußen bleiben

 

Was den Palazzo und die Bibliothek so besonders macht, sind die Spuren, die diese internationalen Studierenden und Lehrenden im Gebäude hinterlassen haben. Über die Jahrhunderte verewigten sich viele von ihnen mit kunstvollen Wappen, Gedenktafeln und Inschriften an den Wänden, Decken und Treppenhäusern, die wir heute besichtigen können. Vom Innenhof und den Arkaden ausgehend ziehen sich die Verzierungen durch die Treppenhäuser und Gänge in die Lesesäle.

 

Innenhof
Der Innenhof des Palazzo dell'Archiginnasio
Verzierte Säulengänge
Verzierte Säulengänge des Palazzo
Wappen an der Decke der Säulengänge
Mia warn hia - auch deutsche Studierende haben sich an der Decke verewigt.

 

Teile der Lesesäle gehören heute zur Stadtbibliothek Bolognas, die in dem Gebäude untergebracht ist, und sind nicht für touristische Besuche zugänglich. Andere Bereiche können besichtigt werden, darunter der Anatomiesaal der alten Universität und ein reich verzierter Hörsaal, der heute nach der dortigen Uraufführung von Rossinis „Stabat Mater“ als Stabat-Mater-Saal bezeichnet wird. Im Stabat-Mater-Saal können neben den Wandgemälden und -inschriften Teile der alten Bibliotheksbestände bestaunt werden. Außerdem kann man einen Blick in weitere ehemalige Vorlesungsräume werfen, in denen ebenfalls Teile der damaligen Bibliotheksbestände aufgestellt sind. Nur der Blick in die wertvollen Bücher bleibt einem leider verwehrt – vieles kann jedoch dank der Arbeit der Stadtbibliothek in digitalisierter Form eingesehen werden.

 

Treppenhaus mit Deckenmalerei
Bibliotheksräume mit alten Beständen

 

Übrigens: Die Bibliothek des Archiginnasio ist nicht die einzige in Bologna, die besondere historische Einblicke gewährt. Im Untergeschoss der Biblioteca Salaborsa im Palazzo d’Accursio (direkt am anderen Ende der Piazza Maggiore) ermöglicht ein Glasboden den Blick auf Ausgrabungen der römischen Stadt Bononia sowie der etruskischen Vorgängerin Felsina, aus denen Bologna hervorging.

lm

 

Einige der Wappen und Inschriften im Detail: http://bimu.comune.bologna.it/biblioweb/archiginnasio-palace/2019/08/12/gli-stemmi/

Die digitalen Angebote der Biblioteca Communale dell’Archiginnasio: http://www.archiginnasio.it/bibliotecadigitale.htm

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