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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Adventskalender (24) Zu Weihnachten ein großes Danke

Avatar of Student/in Student/in | 24. Dezember 2021 | Adventskalender, Lesestoff



Adventskalender (24) Zu Weihnachten ein großes Danke

In den vergangenen 23 Tagen wurden hier besondere Bibliothekar*innen vorgestellt, bekanntere und unbekanntere, reale und fiktive, die doch eines gemeinsam haben: Sie wirken wie Einzelkämpfer*innen, die im Alleingang das Funktionieren einer Bibliothek garantieren und nebenher noch Zeit finden, das Böse zu bekämpfen, die Mathematik zu revolutionieren, die Welt zu vermessen oder Monster zu besiegen; doch nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein. Damit eine Bibliothek arbeiten kann, bedarf es der Zusammenarbeit vieler einzelner Akteur*innen, kleinerer und größerer, ohne die kein Buch die Nutzenden erreichen, kein E-Book gelesen, kein historisches Dokument gescannt und keine Inkunabel erhalten bleiben könnte. All diesen oft unterschlagenen Männern und Frauen soll dieser Beitrag gewidmet sein.

Schon unter normalen Umständen kann man als Nutzer*in nur erahnen, welche Prozesse und wie viele Beteiligte notwendig sind, damit eine Bibliothek ihre Aufgabe erfüllen kann. Dass jemand die Türen aufschließen, die Gänge reinigen, Bücher aus dem Magazin holen oder dorthin zurückbringen muss, sind Aspekte, die einem zwar irgendwie bewusst sind, die aber meist als Selbstverständlichkeit abgetan werden. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie aber wurden viele dieser Selbstverständlichkeiten über den Haufen geworfen und Bibliotheken waren gezwungen, unter völlig veränderten Umständen von heute auf morgen ihr Funktionieren neu zu organisieren und zu garantieren. Diese Umstellung wurde sozusagen flächendeckend souverän erfüllt, dank der (nach allgemeinem Klischee eigentlich uncharakteristischen) Flexibilität und Adaptationsfähigkeit der Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Wo Bibliotheken plötzlich nicht mehr betreten werden durften, wurden nun Bücher versandt; wo Zeitschriften plötzlich nicht mehr zugänglich waren, wurde großzügig und unbürokratisch gescannt; wo Angebote vor Ort unmöglich wurden, verlagerten sie sich in den digitalen Raum; wo Nutzer*innen aus medizinischen Gründen ihr Heim nicht mehr verlassen konnten, kam die Bibliothek eben zu ihnen. All das war nur möglich, weil alle Beteiligten schon immer verinnerlicht haben, für wen sie eigentlich arbeiten: Die Nutzerinnen und Nutzer ihrer Einrichtung. 

Die Details waren (und sind) unübersichtlich, kleinteilig und kompliziert. Kaum einer kann sich beispielsweise vorstellen, welche praktischen Probleme aus dem Danaer-Geschenk der Verlage erwuchsen, als sie 2020 ihre E-Books zeitweise kostenfrei zugänglich machten; kaum einer kann sich vorstellen, welche potentiellen juristischen Albträume sich aus der ad-hoc-Verlagerung so vieler Dienste in den digitalen Raum ergaben; kaum einer kann sich vorstellen, was es menschlich bedeutet, wenn man plötzlich kaum noch direkten Kontakt zu seinen Nutzenden pflegen durfte; kaum einer kann sich schließlich vorstellen, was es bedeutete, von einem Tag auf den anderen all seine Tätigkeiten aus dem Homeoffice erledigen zu sollen, speziell unter den häufig desolaten Bedingungen der deutschen digitalen Infrastruktur. Das alles dennoch gemeistert zu haben, bleibt das Verdienst ungezählter Kolleginnen und Kollegen.

Die Pandemie wird, auf die eine oder andere Weise, enden. Manches wird sich normalisieren, manches auch zumindest als zusätzlicher Service erhalten bleiben. Was allerdings in jedem Fall bleibt, ist die Leistungsfähigkeit der Bibliotheken: Sei es für die Recherche einer Seminar- oder Hausarbeit, sei es bei der Vermittlung der immer wichtiger werdenden Informationskompetenz, beim Erwerb und der Pflege elektronischer Ressourcen, der oft vergessenen, aber doch so zentral wichtigen Erschließung, dem Erhalt nicht nur historischer Bestände und so vielen anderen Tätigkeitsfeldern, überall werden sich die Kolleginnen und Kollegen weiterhin als anpassungsfähig, flexibel, neugierig und manchmal auch leidensfähig erweisen, denn was sie alle von der kleinsten One-Person-Library bis zum größten Haus des Landes eint, ist die Liebe zum Beruf, zum Dienst an den Nutzenden, zum Buch und zur Information. In einer Zeit, in der dies manchmal vergessen zu werden droht, sei deshalb heute dieser Beitrag all jenen gewidmet, die den Laden am Laufen halten. 

Euch gilt unser Dank!

Wir wünschen allen Lesenden eine ruhige, erholsame und besinnliche Weihnachtszeit, genug Zeit für die Familie, alle Lieben und auch für euch selbst, damit wir im neuen Jahr mit neuer alter Kraft all die unzähligen spannenden und nicht-so-spannenden, geschätzten und nicht-so-geschätzten, großen und kleinen, aber immer wichtigen bibliothekarischen Aufgaben angehen können. Frohe Weihnachten!

(Aubib-Admins) 

Bildnachweis: Adventskalender: aubib unter Verwendung von Annie Spratt auf Pixabay und Freepik via Flaticon ; Sara Facio, via Wikimedia Commons

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3 Kommentar(e)

Außenstehender |

07. Januar 2022

Nice! Habt ihr gut gemacht! Macht weiter so.


Studentin |

24. Dezember 2021

Der Text ist sehr schön geschrieben!

 


John Doe |

24. Dezember 2021

Bravo!