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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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FILL, oder: das Ende des Homeoffice

Avatar of Student/in Student/in | 12. Juli 2021 | Studienleben, Fachbereich, Fortbildung



Ein Erfahrungsbericht zum Workshop Projekt: FILL-Workshop - Praxisideen zum Framework von Nachwuchsbibliothekar*innen am 01. und 02. Juli 2021.

Das Framework for Information Literacy for Higher Education, kurz Framework genannt, gehört zu den Dingen, die wir im Zuge unseres Moduls Informationskompetenz ausführlich behandelt haben. Sechs Grundkonzepte (die Frames) und ein stufenloses Schwellenkonzept sollen den Blickwinkel auf die Vermittlung bzw. den Erwerb von Informationskompetenz grundlegend ändern. Kritisches Denken und das Hinterfragen von Autoritäten stellen hier ebenso Grundpfeiler dar, wie Wissensaustausch und die gute wissenschaftliche Praxis.

Zugegeben, vielleicht hat sich dieses doch sehr theoretische Papier nicht ganz so in unsere Köpfe eingebrannt, wie es hätte sollen. Und auch die Verlagerung ins Homeoffice hat hier bestimmt einiges beigetragen. Praxis- und vor allem handlungsorientiertere Dinge, wie Schulungen konkret zu konzipieren gerieten schnell in den Vordergrund. Hiermit sind wir nicht alleine, auch an den Bibliotheken „im Feld“ findet das Framework (noch?) kaum Anwendung.

Die sinkenden Inzidenzen leiteten jedoch ein Ende der Homeoffice-Periode ein, und so fanden wir uns in einem Workshop zu genau diesem Thema, besagtem Framework wieder, den Tessa Sauerwein mit dem Kurs 19/22 bei uns am Fachbereich durchführte. Sie beschäftigt sich schon eine Weile mit diesem Thema, hielt auch auf zwei Bibliothekartagen Vorträge darüber, 2018 und erst kürzlich 2021. Auch unsere Vorgänger am Fachbereich vom Kurs 2016/19 hatten sich damit schon beschäftigt, und den Kern des Frameworks visualisiert, als Scheibe, die auch oben zu sehen ist.

Der Workshop selbst fand an zwei Tagen statt. Anfangs wurde uns das Framework selbst noch einmal ins Gedächtnis gerufen, und bald schon zeigte sich eine Konstante dieser beiden Tage: Wir sollten natürlich nicht an unseren Plätzen brav lauschen, sondern wurden im Gegenteil von der ersten Minute an gefordert (Stichwort: Aktivierende Methoden) mitzumachen und uns einzubringen.

Nicht nur, dass wir uns den einzelnen Frames mit Hilfe eines brainstormenden Posterlaufs annäherten, auch ein eigens dafür kreiertes Spiel, „Fill the Frames!“, kam hier zum Einsatz, ebenso wie andere Formen der Gruppenarbeit.

Body 2

Diese gesamte Hinführung brachte uns dann zum eigentlichen Herzstück des Workshops, dem Erarbeiten von Schulungskonzepten, in diesem Kontext FILL (Framework Information Literacy Lessons) genannt. Damit hatten wir in den Semestern zuvor bereits Berührung gehabt, neu war nun die konkrete Beachtung bzw. Zuhilfenahme der sechs Frames. Welche Veranstaltung schwebt uns vor? Welche Zielgruppe haben wir im Sinn? Welcher Frame ist hier primär relevant, welcher nur am Rande?

Heraus kamen eine Reihe von sehr interessanten Ansätzen, die viel von dem vereinten, was wir in diesem Modul gelernt hatten. Neben Veranstaltungen für Heimatforscher, Studierende und Schüler, die wir uns gegenseitig vorstellten, lernten wir auch um die Bedeutung von griffigen und einprägsamen Titeln (zu sehen an der Schülerführung „Einmal hin – alles drin“).

War uns das alles neu? Nein. Haben wir neue Aspekte kennen gelernt? Das sicher. Neue Blickwinkel, weniger von oben herunter, und mehr aus der Sicht des Lernenden zu denken. Und vor allem das Framework in der Praxis wiederzufinden, Aspekte zu beachten, die bisher im Hintergrund blieben, und das, was man schon kannte, in einen neuen Kontext zu stellen. Und da die Frames gut ineinandergreifen, auch Lücken und Schwächen im eigenen Konzept zu finden bzw. sich die gewählte Schwerpunktbildung zu vergegenwärtigen.

Dies ist auch eines der wichtigsten Ergebnisse des Workshops, den Blickwinkel des Bibliothekars zu erweitern. Aus dem doch so theoretischen Framework-Konzept wird so vielleicht ein Bewusstsein, das seine Inhalte manchmal direkt, manchmal aber auch nur unterschwellig zum Einsatz bringt - beim Schaffen von Schulungen genau so, wie bei der Betrachtung von bereits bestehenden Veranstaltungen. Oder deren Überarbeitung.

Wird es die Schulungen besser machen, die wir später im Berufsalltag durchführen werden? Hoffentlich! Auf jeden Fall hat es dazu geführt, dass sich das Framework bei uns mehr im Gedächtnis verankert hat als andere solche Konzepte. Wenn es, ja, auch durch uns Nachwuchsbibliothekare, verstärkt Einzug in unsere spätere Arbeit finden würde, dann hätten sich die beiden interessanten, anstrengenden, spannenden Tage auch langfristig gelohnt.

 

(mb)

 

Das Framework gibt es mittlerweile auch in einer brandneuen deutschen Übersetzung.

 

Bildnachweis:

Scheibe: AG Informationskompetenz des Bibliotheksverbunds Bayern in Kooperation mit Studierenden der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen: Visualisierung des Framework for Information Literacy for Higher Education https://www.aubib.de/fileadmin/Template/Projekte/docs/Framework-Visualisierung.pdf (09.07.2021), Screenshot Seite 1 (CC BY-NC-SA 4.0)

Gruppenfoto: Regina Bauer, bearbeitet

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