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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Bibliotheken und Tiere - Teil 7: von Mäusen und Hamstern

Avatar of Student/in Student/in | 14. Juni 2020 | Bibliotheken | Deutschland, Lesestoff



oder: Nagetiere im Lesesaal!

 

In dieser Reihe wurden ja schon eine Reihe von kleinen und größeren Tieren und ihre Rolle für (oder gegen) Bibliotheken behandelt. Heute geht es vor allem um Nagetiere, kleine flauschig-possierliche Tierchen, die es manchmal ebenfalls in unseren Wirkungskreis verschlägt.

 

Angefangen mit der gemeinen Maus, mus musculus. In der Universitätsbibliothek Münster, Zweigbibliothek Medizin, hauste vor einigen Jahren ein besonders beliebtes Exemplar. Geduldet vom Personal und beliebt bei Besuchern half sie auch bei der Insektenvernichtung. Sogar einen eigenen Twitter-Account bekam sie spendiert.

Später trübte sich das Verhältnis – sie löste die hauseigene Alarmanlage aus und alarmierte damit Polizei und Feuerwehr. Die Maus bekam daraufhin Hausverbot („Die Duldung der Maus im Rahmen des Bibliotheksasyls ist hiermit rückwirkend zum 1.1.2012 aufgehoben.“) und wurde per Lautsprecherdurchsage aufgefordert sich zu stellen. Nachdem die Maus das Ultimatum verstreichen ließ wurden Lebendfallen aufgestellt. Kurze Zeit später konnte die Maus ergriffen und in die Wildnis verbracht werden.

 

Auch in anderen Bibliotheken gehören Mäuse zum Alltag, wohnhaft in Kabelschächten und hinter Zwischenwänden. Auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit wurden einige an der UB Augsburg sogar gesichtet, wie sie über den Haupteingang das Haus betreten wollten.

Dieses Buch wurde Opfer von, zugegeben im Vergleich eher seltenem, Mäusefraß. Neben diesen aktiven Schäden ist auch die Geruchsbelästigung in lebendem und vor allem totem Zustand leider nicht zu unterschätzen.

Hier ein besonders gewitztes Exemplar bei Recherchearbeiten in eigener Sache.

 

Auch die größeren Cousins der kleinen Mäuse, die Ratten, können großes Schadenspotential entfalten. So geschehen etwa in der UB Stuttgart. Ausgehend vom nahegelegenen Stadtgarten und katalysiert vom sanierungsbedürftigem Bau, fielen sie über „sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Literatur aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts“ her. Betroffen waren etwa 8000 Bücher und der Sachschaden betrug geschätzte 200.000 €, inklusive 200 Regalmeter, die ersetzt werden mussten, da sie zu stark verseucht, d.h. verkotet, für eine Weiternutzung waren.

Weit erfreulicher gestaltet sich das neuerliche „hamstern“ für Bibliotheken, das sich im Zuge der Corona-Krise und des Lockdowns an vielen Bibliotheken, v.a. aus dem ÖB-Bereich, zugetragen hat. So wird beispielsweise von Hamsterausleihen von Büchern, Spielen und Filmen noch vor den Schließungen durch den Lockdown berichtet.

Doch auch die Onleihe hat viele Kunden gewonnen, und viele Häuser haben daraufhin ihr Angebot erweitert. Der Vorsitzende des dbv, Dr. Andreas Degkwitz, sagte dazu der dpa: „Ich bin mir sicher, dass die Nutzer, die jetzt dort sind, auch bleiben werden.“

(mb)

 

Quellen: (alle 11.06.2020)

https://www.uni-muenster.de/ZBMed/aktuelles/3487

https://www.uni-muenster.de/ZBMed/aktuelles/3507

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/stuttgart-ratten-zerstoeren-8000-buecher-in-uni-bibliothek-a-1231309.html

https://www.wochenkurier.info/sachsen/bautzen/artikel/hamsterausleihe-und-onleihe-75957/

https://www.rtl.de/cms/chronologie-coronavirus-die-wichtigsten-meldungen-zur-corona-pandemie-vom-8-mai-2020-4538595.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bibliotheken-oeffnen-wieder-aber-eingeschraenkt-4717075.html

 

Bildnachweis:

pixabay

https://cdn.pixabay.com/photo/2018/04/02/17/04/cute-3284412_960_720.jpg (11.06.2020)

Aufnahme des Autors

pixabay

https://cdn.pixabay.com/photo/2018/09/30/07/08/hamster-3712820_960_720.jpg (13.06.2020)

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