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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Bibliotheken und Archäologie - Teil 2: Die Bayerische Landesbibliothek

Avatar of Student/in Student/in | 26. Mai 2020 | Lesestoff



Der Denkmalschutz in Bayern – gefürchtet von Häuslebauern, Bürgermeistern und Projektmanagern, aber verankert im Bayerischen Denkmalschutzgesetz. Wer ein Gebäude errichten möchte und, wichtiger in diesem Zusammenhang, eine Baugrube benötigt, für Tiefgaragen, Keller usw., der muss zunächst beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde nachfragen, ob er denn so ohne weiteres ein tiefes Loch graben darf. Oder ob zunächst archäologische Untersuchungen stattfinden müssen, die womöglich Jahre dauern und weitere Kosten verursachen.

 

Nun, was hat dies mit Bibliotheken zu tun? Die Frage ob man graben muss oder nicht wird von den dann konkret engagierten meist privaten Grabungsfirmen nicht beantwortet (das machen die UD und das BlfD). Aber für die Frage, was man denn zu erwarten hat, da spielt die Bayerische Landesbibliothek eine große Rolle.

 

Die Bayerische Landesbibliothek – Das Portal zu Geschichte und Kultur des Freistaats. 1999 wurde die Idee ins Leben gerufen, nur ein Jahr nach dem berühmten Wort „Laptop und Lederhose“ des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzogs. Das Projekt wurde unter Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, anfangs von den Universitätsbibliotheken Augsburg und Regensburg unter der Koordination der Bayerischen Staatsbibliothek voran getrieben, und ging 2002 erstmals online. Über die Jahre wurde die Landesbibliothek stark erweitert und viele weitere Projektpartner kamen hinzu.

 

Heute gibt es unter anderem einen Sprachatlas und das Historische Lexikon Bayerns. Weitere Schwerpunkte sind Handschriften, Rara, von denen man viele Digitalisate online einsehen kann, und Historische Karten. Einige Inhalte werden mittlerweile auch vom Länderportal Bavarikon bereit gestellt und wurden aus der Landesbibliothek ausgegliedert. Im Laufe der Zeit soll die gesamte Landesbibliothek so ins Bavarikon umziehen.

 

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Gerade die historischen Karten sind für Archäologen ein fast unverzichtbares Hilfsmittel geworden, und dort sticht der „Urkataster“ noch einmal heraus: Die erste flächendeckende kartographische Erfassung des Königreichs Bayern aus den Jahren 1808 bis 1853. Einige Karten werden auch durch den DigiTool-Viewer der BSB zur Verfügung gestellt.

 

Hiermit kann der Archäologe feststellen, ob sein Grabungsareal bereits eine dokumentierte Vorgängerbebauung besitzt, oder nicht. Und wer es noch komfortabler mag, dem sei auch der BayernAtlas ans Herz gelegt. Dort kann man, neben den konkreten Bau- und Bodendenkmälern, auch die nach modernen kartographischen Gesichtspunkten aufbereiteten historischen Karten einblenden lassen. Und durch diese Georeferenzierung auch in CAD-Programmen wie AutoCAD oder QGIS nachnutzen.

 

(mb)

 

mb war in einem früheren Leben selbst Grabungsarchäologe und hat folglich die Landesbibliothek und den Urkataster zu lieben gelernt.

 

Zwei der Orte, in denen Originale des Katasters liegen wurden kürzlich besucht:

Besuch im Hauptstaatsarchiv

Besuch im Magazin Garching

 

Quellen / Links

Mailauskunft von Herrn Sepp (Abteilung Digitale Bibliothek und Bavarica, BSB) vom 06.05.2020

https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?topic=ba&lang=de&bgLayer=atkis&catalogNodes=11,122

http://digital.bib-bvb.de/view/bvb_single/single.jsp?dvs=1588589372722~895&locale=de&VIEWER_URL=/view/bvb_single/single.jsp?&DELIVERY_RULE_ID=39&bfe=view/action/singleViewer.do?dvs=&frameId=1&usePid1=true&usePid2=true

https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/geschichteblo

https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ortsblaetter

https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Laptop_und_Lederhose#Eine_Formulierung_von_Roman_Herzog

 

Bildnachweis:

Bayerische Staatsbibliothek, Die Urpositionsblätter der Landvermessung in Bayern, Blatt 692. M und Umgebung im Jahre 1856; https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/images/blo/positionsblaetter/karten/blatt_692.jpg (CC BY ND)

Meinungen?

2 Kommentar(e)

Der Autor |

28. Mai 2020

Vielen Dank für das Lob! Ich habe einen Magister in Klassischer Archäologie, Uni Augsburg. Gelernt habe ich das Handwerk aber "im Feld". Ich war bis 2019 auch als Grabungsleiter tätig.

Das mit den Begrifflichkeiten stimmt natürlich, wir selbst haben immer nur vom "Urkataster" gesprochen und nicht zwischen den Urpositionsblätter und den Ortsblättern unterschieden. Diese Ungenauigkeit bitte ich zu entschuldigen. Der Unterschied war für uns nicht relevant, da wir nur möglichst altes, nutzbares Kartenmaterial benötigt haben.


Aha! |

26. Mai 2020

Sehr interessanter Artikel, gewährt einen echt schönen Einblick in die Archäologie.

Hierbei eine Frage an den Autor, ob er/sie eine Ausbildung zum Grabungstechniker gemacht hat oder Archäologie (in irgendeiner Form) studiert hat?

Und eine Bitte noch: verwendet bitte korrekten/konkreten Bezeichnungen (oder erwähnt sie wenigstens einmal). Das erwähnte "Urkataster" könnten nun die Urpositionsblätter sein (wie das Blatt von München in diesem Artikel) oder die Ortsblätter der Katasteruraufnahme (oder beides?).

Ansonsten weiter so!