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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Bibliotheken und Tiere - Teil 6: Therapie-Hunde in Bibliotheken

Avatar of Student/in Student/in | 25. Mai 2020 | Bibliotheken | International, Bibliotheken | Deutschland, Lesestoff



Statue Mädchen und Hund auf Bank

Katzencafés gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Und obwohl der Besuch solcherlei außergewöhnlicher Speiselokale momentan erschwert ist, kann man ohne Zweifel behaupten, dass diese sich großer Beliebtheit erfreuen. Der positive Effekt, den die Präsenz der beliebten Haustiere auf die Psyche und das Stresslevel der Gäste hat, ist hinreichend bekannt.

 

Der/die engagierte Bibliothekar*in fragt sich da natürlich, ob man den positiven Effekt von Haustieren nicht auch für die Bibliotheksbenutzer*innen zugänglich machen könnte.

Dem/der engagierten Bibliothekar*in sei gesagt: man kann!

 

Die Idee, Therapiebegleithunde in öffentlichen Bibliotheken einzusetzen, stammt – wie sollte es anders sein – aus den USA. Dort werden sie bereits seit den 1990er-Jahren zur Leseförderung mit Kindern eingesetzt. Viele junge Bibliotheksnutzer*innen (mit und ohne Leseschwäche) haben Angst davor, Texte laut vorzulesen. Bei zu häufigem negativen Feedback entwickeln manche sogar eine Aversion gegen das Lesen an sich. Die beruhigende Anwesenheit der Therapie-Hunde hilft den Kindern dabei, ihre Ängste zu vergessen und so positive Erfahrungen mit dem Lesen zu sammeln. Ganz nebenbei lernen sie außerdem den angemessenen Umgang mit den Tieren.

Auch im deutschsprachigen Raum gibt es einige öffentliche Bibliotheken und Büchereien, die eine Kooperation mit einem Vierbeiner eingegangen sind. Zwei Beispiele sind die Stadtbibliothek Köln, die zusammen mit einer Grundschule eine Lesehund-AG anbietet oder die Gemeindebücherei Hohenlockstedt. In Bayern bietet der Verein Lesehund aus München Lesehund-Einsätze für Büchereien an.

 

Im Bereich der wissenschaftlichen Bibliotheken allerdings scheint die Idee noch nicht ganz in Deutschland angekommen zu sein. In den USA dagegen bieten auch Universitätsbibliotheken renommierter Einrichtungen (wie z.B. der Yale University) ihren Studierenden regelmäßig Zeit mit Therapie-Hunden an. Am MIT gibt es sogar eine eigene Initiative, die die Hunde-Besuche koordiniert und durchführt. Der stressreduzierende und beruhigende Effekt der Tiere käme aber sicherlich auch den hiesigen Bibliotheksnutzer*innen zu Gute – insbesondere in der Prüfungszeit, in der viele Studierenden sowieso mehr Zeit in der Bibliothek verbringen als zu Hause.

Vielleicht findet sich ja doch irgendwann eine deutsche Universitätsbibliothek mit einer/m engagierten Bibliothekar*in, die Treffen mit Therapiebegleithunden für ihre Nutzer*innen anbietet. An einer zu geringen Nachfragen wird es diesem Bibliotheksangebot gewiss nicht mangeln!

(cs)

 

Quellen:

https://www.alsc.ala.org/blog/2019/02/therapy-dogs-in-the-library-a-pawsitive-experience/

https://www.stadt-koeln.de/artikel/66491/index.html

http://lesehund.de/

https://library.medicine.yale.edu/blog/meet-gracie-librarys-new-therapy-dog

https://puppylab.mit.edu/

Fotos über pixabay.com

Meinungen?

1 Kommentar(e)

Student |

28. Mai 2020

Sehr interessanter Artikel! Bestimmt hätte so ein Therapie-Hund auch positive Effekte auf das Arbeitsklima - mit einem tierischen Kollegen, mit dem man in dem Pausen mal eine Runde um den Block drehen kann, arbeitet es sich doch gleich leichter :)