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Bibliotheken und Archäologie - Teil 1: Die Celsus-Bibliothek von Ephesos

Avatar of Student/in Student/in | 15. April 2020 | Bibliotheken | International, Lesestoff



Nach dem Erfolg der beliebten Serie “Bibliotheken und Tiere” soll mit diesem Artikel ein weiteres wiederkehrendes Format ins Leben gerufen werden: Bibliotheken und Archäologie.

Das Gebiet der antiken Stadt Ephesos, gelegen an der Westküste der heutigen Türkei, war bereits seit der Kupferzeit besiedelt (ca. 5000 v.Chr.).

In Klassischer Zeit war Ephesos vor allem auch durch das Artemision berühmt, eines der Sieben Weltwunder. Im Jahr 133 v. Chr. wurde Ephesos Teil des römischen Reiches, als König Attalos III. von Pergamon sein Königreich an die Römer vererbte. In der Folgezeit wuchs die Stadt auf etwa 200.000 Einwohner an und wurde unter Kaiser Augustus (31 v. Chr - 14 n. Chr) Hauptstadt der aus dem Königreich Pergamon hervorgegangenen Provinz Asia. Weitere bedeutende Städte zu dieser Zeit waren Pergamon selbst (Stichwort „Pergament“), Milet und Smyrna, das heutige Izmir.

Ab dem Jahr 110 n. Chr. wurde in Ephesos, südlich der unteren Agora an der Ecke der „Marmorstraße“ zur „Kuretenstraße“, gleich nördlich der berühmten Hanghäuser, die Celsus-Bibliothek (Nr. 14 im Plan) erbaut. Errichtet von Gaius Julius Aquila, gewidmet aber dessen verstorbenem Vater, dem ehemaligen Prokonsul (Statthalter) der Provinz in den Jahren 106-107, Tiberius Julius Celsus Polemaeanus. Fertiggestellt wurde die Bibliothek wahrscheinlich erst unter Kaiser Hadrian (117-138).

Einerseits dient der Bau, von dem geschätzt wird, dass er 12.000 Schriftrollen beherbergen konnte, als Bibliothek. Zum anderen auch als Grabmal für Celsus – eine große Ehre, denn in römischer Zeit durften nur große Heroen innerhalb der mythisch-kultischen Stadtgrenze, dem Pomerium, beerdigt werden.

Die eindrucksvolle Fassade der Bibliothek ist 21m lang und mehr als 16m hoch. Über der Freitreppe erhebt sich die zweigeschossige Komposit-Säulenfassade, bestehend aus vorspringenden verkröpften Gebälken im unteren, und sich versetzt erhebenden Aedicula-Giebelchen im oberen Geschoss. Die erhaltenen Skulpturen der Fassade, die antike Tugenden darstellten, befinden sich heute in Wien.

Der längsrechteckige Bibliothekssaal (10,9m x 16,7m) selbst beherbergt in seinen Wänden 10 Nischen für Bücherregale (armaria), wobei mindestens noch ein weiteres Regalgeschoss nachgewiesen werden konnte. Gegenüber des Eingangs erstreckt sich eine halbrunde Apsis, in der eine Statue der Athena stand. Die Krypta für Celsus konnte über einen Gang zwischen der äußeren und der inneren Wand erreicht werden; diese Gänge dienten auch dazu, ein gleichmäßiges (und damit bücherschonendes) Klima im Bibliothekssaal aufrecht zu erhalten.

 

Im Jahre 264 wurde die Stadt von einem schwerem Erdbeben getroffen, kurz darauf auch noch von den Goten geplündert. Die Bibliothek wurde in dieser Zeit bereits anderweitig genutzt, zuerst als Teil eines Wohnhauses, später als Teil einer Brunnenanlage.

(M. Becht)

 

Quellen: (alle 14.04.2020)

https://de.wikipedia.org/wiki/Celsus-Bibliothek

https://www.livius.org/articles/place/ephesus/ephesus-photos/ephesus-library-of-celsus/

http://www.ephesustravelguide.com/ephesus-celsus-library.html

https://www.ancient.eu/Library_of_Celsus/

 

Bildnachweis:

Fassade: M. Becht 2009

Karte: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/23/Ephesos2012.png/800px-Ephesos2012.png, von Elelicht , geändert

Grundriss: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/28/Grundriss_der_bibliothek_von_ephesos.jpg

Inneres: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Efeso%2C_biblioteca_di_celso%2C_interno_01.JPG, von Sailko

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