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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Serie: Methoden und Tools für die IK-Vermittlung - Die BWL-Methode

Avatar of Student/in Student/in | 08. Januar 2020 | Fachliches



Heft mit Stift

Wenn Bibliothekare Inventur machen…

Die Vielseitigkeit der Bibliotheks- und Bibliothekarswelt kann man auch in folgender Lehrmethode namens „Inventur“ für Schulungen sehen:

Inventur, von mittellateinisch inventura und ursprünglich ein Wort, das vor allem im Fachgebiet der Wirtschaft zu finden ist, bezeichnet laut Duden die „Bestandsaufnahme der Vermögensteile und Schulden eines Unternehmens durch Zählen, Messen, Wiegen o. Ä. anlässlich der Erstellung einer Bilanz“. – Zählen, Messen Wiegen? Was hat das bitte mit Bibliotheksschulungen zu tun?

Man nehme ein Blatt Papier und einen Stift und verteile diese an alle Teilnehmer (oder fordere diese dazu auf, aus ihrem eigenen Unterlagenbestand ein Blatt Papier und einen Stift zu nutzen) und hält die Teilnehmer nun dazu an, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens Wissensinventur zu betreiben. Konkret heißt das: die Teilnehmer sollen möglichst viele Begriffe zum Schulungsthema, über das sie sich in vorhergehenden Schulungen oder einem Kurs bereits Wissen aneignen konnten, zu sammeln. Je nach Lust und Laune können die Teilnehmer nicht nur Wortlisten schreiben, sondern auch mind maps anfertigen.
Nach Ablauf der Zeit wird nun zusammengetragen, was die Teilnehmer zum Thema wissen. Dies kann als Partnerarbeit oder in der gesamten Gruppe geschehen, zum Beispiel indem ein Teilnehmer nach dem anderen einen Begriff nennt, ohne dabei ein bereit genanntes Wort zu wiederholen.

Ideal ist dies auch zu Beginn einer Veranstaltung, bei denen der Leiter nicht genau weiß, welchen Wissensstand die Teilnehmer haben. So kann auf das vorhandene Wissen eingegangen werden, um dieses ins Langzeitgedächtnis zu integrieren und außerdem alle auf denselben Stand gebracht werden. Das Beste dabei: man steht bereits im Austausch mit den Teilnehmern und kann darauf im weiteren Verlauf der Schulung aufbauen.
Insbesondere bietet sich diese Methode an, wenn die Ausstattung des Schulungsraums unbekannt ist.

Wie auch bei jeder anderen Bestandsinventur ist natürlich zu bedenken: Ein großzügiger zeitlicher Rahmen, ebenso wie ein gewisses Maß an Vorkenntnis, ist Voraussetzung, um diese Methode effektiv zu nutzen.

Übrigens: Die Vorgehensweise kann auch jeder für sich als Lernmethode anwenden :-) 

 

 


 

Quellen:
https://www.duden.de/rechtschreibung/Inventur
http://trainertreffen.de/sec-sites/mitglieder/tkb-archiv/0901_werkzeuge_harald_gross.pdf https://www.orbium.de/methodensammlung/munterrichtsmethode-13-inventur/
https://akademie-fuer-lernmethoden.de/lernmethoden/birkenbihls-lieblinge/abc-methode/ http://www.perspektive-blau.de/wissen/0510a/0510a.htm

Meinungen?

1 Kommentar(e)

Lat1n1st |

08. Januar 2020

Interessanterweise findet sich "inventura" im Sinne von "Bestandsaufnahme" weder im Georges 1913 noch im TLL als eigenständiges Wort, ja nicht einmal in den entsprechenden "invenio" Einträgen findet sich ein Verweis auf "inventura".