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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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24. Tag der Bibliotheken: ein Tag für Bibliotheken und ihre Mitarbeitenden

Avatar of Student/in Student/in | 24. Oktober 2019 | Bibliotheken | Deutschland



Seiten eines Buches zu einem Herz gebogen

Heute, am 24. Oktober 2019 ist wieder der Tag der Bibliotheken, der seit 1995 stattfindet und vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker eingeführt wurde.

An diesem Tag wird die Auszeichnung „Bibliothek des Jahres“ durch den Deutschen Bibliotheksverband und die Telekomstiftung verliehen – dieses Jahr die Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Ausgezeichnet werden dafür Bibliotheken aller Sparten und Größen für ihre Qualität und Innovation der bibliothekarischen Arbeit, ihrem kreativen Einsatz digitaler Möglichkeiten, ihrer Zukunftsorientierung, ihrer Nachhaltigkeit, ihrer Serviceattraktivität, Öffentlichkeitsarbeit, Engagement, Vernetzung und Qualität der Bewerbungsunterlagen.

Als Begründung für die Auswahl der Zentral- und Landesbibliothek Berlin nannte die Jury unter Vorsitz des dbv-Präsidenten die Reaktion der Bibliothek auf die „gesellschaftlichen und medialen Veränderungen“ und dass sie sich als „öffentliche[r] Ort mitten in der Stadtgesellschaft positioniert“ hat (Quelle: https://www.bibliotheksverband.de/dbv/auszeichnungen/bibliothek-des-jahres/preistraeger/2019.html ).

Dieser Tag soll aber nicht nur die Institution Bibliothek und diesen Preis in das öffentliche Bewusstsein bringen, sondern auch allen Kolleg*innen – egal ob professionell oder ehrenamtlich, ob in wissenschaftlichen, öffentlichen oder Spezialbibliotheken – die täglich ihre Arbeit zum Wohle der Nutzer erledigen und ohne die die ausgezeichnete Bibliothek (und auch alle anderen) nicht funktionieren könnten. Ihre Arbeit ist für die Wissenschaft, die Kultur und das gesellschaftliche Zusammenleben in einem demokratischen Staat wichtig.

Wir sind nicht nur Informationsspezialist*innen und Unterstützer*innen der Wissenschaft, wir sind auch Garanten der Demokratie, indem wir Zensur ablehnen und Informationsfreiheit fördern, indem wir Bildung und Wissen vermitteln.

Seid euch dessen mal bewusst, liebe Kolleginnen und Kollegen, und feiert euch an diesem Tag auch selbst.

Einen schönen 24. Tag der Bibliotheken euch allen!

 

(ab)

Meinungen?

3 Kommentar(e)

Erdnusskern |

30. Oktober 2019

 

Bevor sich hier begriffliche Unschärfen einschleifen, möchte ich anmerken, dass m. E. Bibliotheken überhaupt nicht die Informationsfreiheit fördern sollen, welche als Ideal gegeben ist, sondern ihr nur zu Verwirklichung und Ausdruck, Anschauung verhelfen. BE-Förderung, meinetwegen, aber das ist ein Unterschied.

 

Ob's bei der rechten Literatur nun aber mit einem Verweis auf eine Art Arbeitsteilung der Bibliotheken getan ist, bezweifle ich. Gerade wenn man eine Unterscheidung öffentlich-wissenschaftlich ernst nimmt, würde ich intuitiv mehr rechtspopulistische Literatur in der Öffentlichen vermuten als in der Wissenschaftlichen - was will letztere denn mit halbgaren, kruden Verwirrungen? Ebenso natürlich linkspopulistisch - Populismus lebt ja von der Nichtwissenschaftlichkeit. Aber genauso: Was will die öffentliche Bibliothek damit? Nutzer_innenwünsche erfüllen. Den abzulehnen tut sich eine wissenschaftliche Bibliothek auf dem Terrain wohl tatsächlich leichter – 'genügt nicht unseren Ansprüchen, passt nicht ins Profil'. Die öffentliche Bibliothek könnte sich bei einem nachgefragten Medium sicher sein, dass es ausgeliehen wird. Und das sicherlich häufiger als ein allgemeines Politiklexikon. Dieses jenseits der Nachfrage noch als Angebot bereitzuhalten ist Teil des Bildungsauftrags, welcher seinerseits aber wieder schwer als Zwang kommunizierbar ist.

 

Die Kontextualisierung könnte aber ein Knackpunkt sein: Während in wissenschaftlichen Bibliotheken davon ausgegangen werden darf, dass Texte immer schon zum Zwecke der Kontextualisierung gelesen werden, treten sie in öffentlichen potentiell noch eher als Singularitäten auf, die erarbeiten zu können ggf. erst noch beigefügt zu werden hat. Ohne Nutzer_inne_n öffentlicher Bibliotheken Debilität unterstellen zu wollen, sondern nur dem Nimbus der Differenzierung wissenschaftlich-öffentlich folgend, besteht hier vielleicht zumindest offiziell noch eher die Gefahr unreflektierter Lektüre. Und bei 95% der Texte ist das wohl auch einfach egal.


John Doe |

29. Oktober 2019

Meiner Meinung nach ist dies nicht der Fall, da die Bibliothek (solange sie keinen Sammelauftrag hat) entscheidet, welche Medien sie erwirbt und aussondert, da sie nicht unendlich Platz hat. V.a. eine Öffentliche Bibliothek (also Stadt- und Gemeindebibliotheken) ist sowieso nur für die grundlegende Informationsversorgung in diesem Bereich zuständig, hat eingeschränkte Mittel und versucht somit im Bereich der politischen Bildung ein breites, grundlegendes Informationsangebot bereitzustellen (z.B. über Lexika und Überblicke über alle politischen System usw.). Also ist es hier schon mal eher unwahrscheinlich, dass ein Medium, welches explizit dem extremen Spektrums (egal ob rechts oder links) zurechenbar ist, in eine Öffentliche Bibliothek gelangt. Sollte eines über Geschenke oder Nachlässe hereinkommen, wird man sich als Öffentliche Bibliothek eher an eine Wissenschaftliche wenden und an diese abgeben, sofern es als erhaltungswürdig erachtet wird (z.B. weil es noch an keiner anderen Bibliothek vorhanden ist). Ebenso kann ein Medium dieser Thematik über Pflichtabgabe der Verlage in eine dafür zuständige Bibliothek kommen. Also wäre es über eine Wissenschaftliche Bibliothek, die i.d.R. ebenso jeder nutzen kann und somit ebenfalls öffentlich ist, möglich ein solches Medium zu bekommen. Es liegt also weniger daran, dass die Bibliotheken dies nicht zugänglich machen, sondern eine Öffentliche Bibliothek dies nicht in ihrem Auftrag hat und die Nutzer*Innen nicht wissen, dass eine staatliche Bibliothek (egal ob Wissenschaftlich oder Öffentlich) für jedermann zugänglich ist und somit den falschen Bibliothekstyp für diese Thematik wählen.

Es liegt also nicht an der Bibliothek, dass sie die Informationsfreiheit nicht fördern, sondern den Nutzer*Innen, dass Sie die Möglichkeiten nicht ausschöpfen.


anonym |

25. Oktober 2019

Aber ist nicht gerade die Förderung der Informationsfreiheit mittlerweile eine große Diskussion, wenn nicht sogar Streitpunkt im Bibliothekswesen geworden, wie die Diskussion von rechter Literatur im Bestand von öffentlichen Bibliotheken zeigt?