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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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To Inspire, Engage, Enable and Connect the global library field! Beim IFLA WLIC 2019

Avatar of Externe/r Autor/in Externe/r Autor/in | 17. September 2019 | Gastbeitrag, Studienleben, Kongress / Tagung



WLIC19 Eingang
© Aline Lehnherr

Bevor ihr loslesen könnt, möchte ich ganz kurz Aline Lehnherr vorstellen. Sie ist eine wahnsinnig motivierte, junge Bibliothekarin aus der Schweiz, die wir als aubib.de auf der D-A-CH-S-Tagung 2019 kennenlernen durften. Sie engagiert sich für Ausbildung und Nachwuchs im Bibliothekswesen und war dieses Jahr eine der Nachwuchsstipendiaten für den IFLA World Library and Information Congress - für uns hat sie ihre Erfahrungen zusammengefasst. Vielen Dank!

 

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In vier weiteren Sprachen begrüssen uns die beiden Herren, die sich auf der grossen Bühne hinter dem Rednerpult verstecken. Es sind Antoine Torrens aus Frankreich und Andrés Reinoso aus Argentinien. Sie beide sind Mitglieder der New Professionals Special Interest Group, kurz NPSIG.

Es ist Sonntagvormittag in Athen, draussen ist es drückend heiss aber hier im Trianti Saal beinahe so kühl, dass ich mein Jäggli anziehen muss. Es ist der offizielle Starttag des World Library and Information Congress 2019, an dem rund 3500 Menschen aus der ganzen Welt teilgenommen haben. Jetzt, hier im Saal sind es ungefähr 1000, alle sind zum ersten Mal an einer IFLA Konferenz und damit sogenannte «Newcomers» oder «First Timers», wie uns das grüne Band an unserem Namensschild auszeichnet. Die Herren auf der Bühne heissen uns alle herzlich willkommen, insbesondere aber die Frischlinge im Beruf, die Berufseinsteiger. Sie stehen im Fokus der NPSIG.

WLIC19 Band
© Aline Lehnherr

Antoine und Andrés laden uns nicht nur für ihre Session am Donnerstag mit dem verheissungsvollen Titel «Library Love Stories» ein, sondern auch gleich zu ihrem Business-Lunch-Meeting über Mittag. Hier wird mein Eindruck bestätigt: Im Gegensatz zu den anderen, offiziellen Businessmeetings, die am Samstag zuvor stattgefunden haben, verläuft das Treffen der NPSIG lockerer, nicht an die strengen Abläufe gebunden und trotzdem, man kann -wie bei den anderen Meetings- einen Blick hinter die Kulissen der Konferenz, in die verwirrenden Strukturen der IFLA werfen. Das ist ein wichtiger Punkt für mich, denn die IFLA, International Federation of Library Associations and Institutions, war in meiner bisherigen Ausbildung und meiner beruflichen Laufbahn nie ein grosses Thema. Klar, ich wusste so ungefähr, was ihre Aufgaben sind und bin mit ihren Guidelines in Berührung gekommen, aber in meinem jetzigen, alltäglichen Arbeitstag ist die IFLA nicht präsent.

Das ändert sich, als anfangs Juli die Erinnerungsmail via Mailingliste Swisslib verschickt wurde und auf zwei noch freie Plätze für Nachwuchsstipendien für die Konferenz im August verwies.  Sehr spontan habe ich mich angemeldet und bin so mit fünf weiteren Schweizer*innen nach Athen gereist. Unsere Gruppe ist ein Gemisch. Von Auszubildenden zu Berufstätigen bis zu Studierenden. Netzwerken ist ein grosses Thema in Athen, und so können wir nicht nur untereinander, sondern auch internationale Beziehungen knüpfen. Ein weiteres Ziel der Nachwuchsstipendien war das Inspirieren lassen und neue Impulse sammeln. Eine so grosse Konferenz wie die WLIC bietet dafür die beste Gelegenheit.

Im Gegensatz zu der DACHS Konferenz im Februar ist die WLIC riesig und es gibt einen Überfluss von Angeboten: Veranstaltungen, Vorträge, Poster Sessions, Caucus, Social Events, Marktstände etc. etc. Da ist es richtig schwierig, sich auf einzelne Dinge zu konzentrieren und oftmals fiel mir die Auswahl schwer, da gleichzeitig mehrere für mich interessante Veranstaltungen stattfanden. Zudem war da noch die Stadt Athen selbst und ganz ehrlich – irgendwann hat man etwas genug von dieser Vielfalt und muss sein Gehirn von den vielen Eindrücken befreien und sich neu sammeln.

Eine kurze Reflektion, was mir an dieser Konferenz gefallen hat:

  • Die NPSIG
  • Das Interagieren mit anderen Menschen aus fremden Kulturen
  • Das Reinschnuppern in Themen, die mir noch nicht so bekannt waren oder mit denen ich in meinem Arbeitstag nicht in Berührung komme (z.B.: Veranstaltungen mit Public Libraries)
  • Aber auch der «historisch wichtige» Moment dieser WLIC 2019: Die Veröffentlichung der Strategie 2019-2024
  • Die Session 153 #marketinggenius – Beg, Borrow or Steal Great Ideas from Around the World – Management and Marketing. (Wer eine Pause braucht, es lohnt sich definitiv den Youtube Kanal der Ivercargill City Libraries & Archives zu checken oder einen Blick in folgendes Buch zu werfen: Koontz, C., & Mon, L. (2014). Marketing and social media. Rowman & Littlefield.)
WLIC Session
© Aline Lehnherr
  • Die Session 191 Let’s Talk about Change: How Libraries and LGBTIQ Communities are Challenging Sterotypes – LGBTQ Users
  • Der non-local Bibliotheksbesuch in der faszinierenden Bibliothek von Andritsaina

Es gäbe noch viel mehr Highlights, die ich hier auflisten könnte, nur wäre es dann nichts mit «einer kurzen Reflexion».

 

Beim Schreiben dieses Blogbeitrags und des Artikels, den wir im Rahmen der Nachwuchsstipendien herausgeben dürfen, habe ich mich gefragt, was genau ich den aus Athen mitgenommen habe und ob ich diese Frage überhaupt beantworten kann - und damit meine ich nicht die vielen Goodies, die sich in meinen Koffer geschlichen haben…J

Ich bin um eine weitere Erfahrung reicher, habe viele Kontaktkarten nachhause genommen – aber werde ich die je brauchen? Einige davon vielleicht, auch wenn es nur zum Vermitteln eines Kontaktes für eine der Auszubildenden in unserem Bibliothekbereich für ein Auslandpraktikum ist. Ich habe einen tieferen Einblick in die (internationale) Bibliothekswelt erhalten; gesehen, was möglich ist und wo ich bei mir zuhause in der Bibliothek noch etwas mehr investieren kann. Es wird vielleicht nicht heute passieren, aber dieses Wissen bleibt mir auch für morgen erhalten.

Würde ich ein Besuch an der nächsten WLIC empfehlen? Definitiv. Es bietet nicht nur einen Mehrwert in der beruflichen, sondern auch in der persönlichen Entwicklung. Neue Chancen ergeben sich durch neue Begegnungen.

 Ein kleiner Tipp, falls ihr nach Dublin, Rotterdam oder Neuseeland an die nächsten WLICs reist: Informiert euch über das IFLAcamp, welches von der NPSIG im Vorfeld der Konferenz organisiert wird. Ich habe das dieses Jahr leider versäumt und bereue es ein bisschen. Aber wer weiss, vielleicht klappt es ja ein nächstes Mal? J Alle Infos hierzu auf dem Blog der NPSIG: https://npsig.wordpress.com/   

Und zum Schluss möchte ich noch noch Godwin Nwachukwu zitieren:  «If you don't say that you are here, nobody will see that you are here.»

Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass trotz unseres schönen Zehn-Punkte-Plans, die Arbeitgeber von selbst auf uns zu kommen und uns z.B. dazu drängen, einen Kongress zu besuchen. Wir müssen uns selbst hörbar und sehbar machen und die Initiativen ergreifen, nur so können wir auch Teil der IFLA Strategie sein: To Inspire, Engage, Enable and Connect the global library field!

WLIC Vortrag
© Aline Lehnherr
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