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#Blockchain für die Wissenschaft!

Avatar of Student/in Student/in | 10. Mai 2019 | Fachliches, Vortrag



#Blockchain für die Wissenschaft!

Glühbirne

Kürzlich hielt Lambert Heller vom Open Science Lab der TIB Hannover an der FH Potsdam einen interessanten Vortrag zum Thema "Blockchain: Funktionsweise und Potentiale für die Wissenschaftsinfrastruktur". Glücklicherweise gab es den Vortrag auch im Livestream zu sehen, der immer noch abrufbar ist. Vielleicht sei kurz erklärt, was eine Blockchain eigentlich ist. Besser als Maurizio Ferraris kann ich das aber nicht, deswegen an dieser Stelle lieber seine Erklärung:

„Die Grundidee des Kerbstocks ist äusserst einfach: Bei dieser genauso primitiven wie raffinierten Technik werden zwei Stöcke nebeneinandergelegt und quer eingeritzt, wobei jede Kerbe einer Schuld entspricht. Der Gläubiger nimmt einen Stock, der Schuldner den anderen. Der Gläubiger wird keine Kerbe hinzufügen und der Schuldner keine beseitigen können, da der Vergleich der zwei Stöcke die Fälschung sofort offenbaren würde. Ziemlich einfach, oder? Eine uralte, aber auch höchst moderne Technik. Denn die Blockchain – diese Erfindung, die uns als die grösste Neuheit unserer Zeit erscheint – ist nichts anderes als ein weltweites, auf unzählige Computer ausgeweitetes Kerbholz. Anstelle eines von zwei Personen geteilten Zählstabs haben wir es mit einer Spur zu tun, die auf möglichst vielen Festplatten gespeichert wird, damit das Hinzufügen oder Löschen von Spuren (Blöcken) verhindert wird. Einmal mehr bringt die Technologie, wie in einer Prozession, uralte Dinge wieder ans Licht. Die Blockchain mag uns helfen, viele Probleme zu lösen – aber wir dürfen davon ausgehen, dass sie auch viele neue Probleme schafft.“

Das Prinzip hinter diesem Boom-Wort ist also eigentlich nicht besonders kompliziert, hat aber großes Potential - und genau darauf geht Heller in seinem Vortrag ein. Seine These hinter diesem Vortrag lautet: "Wir haben uns daran gewöhnt, die Informations-Infrastruktur der Wissenschaft von einigen Legac-Publishern und Tech-Unternehmen mitregieren zu lassen - mit negativen Folgen."
Wie kann man dieser Gewohnheit nun entgegenwirken? Als eine "Utopie" stellt er vor, wie eine Blockchain die "single source of truth" für die Wissenschaft sein könnte. Kontrolliert von der Öffentlichkeit, nicht manipulierbar und Open Science fördernd, weil dieses Blockchain-System der "place to go" für die Wissenschaft wird.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern Bibliotheken an dieser neuen Infrastruktur beteiligt sein könnten und werden. Und wer sich mehr für das Thema interessiert sollte sich den ganzen Vortrag anhören, die Zusammenfassung hier reicht sicher nicht aus!
Hier noch einmal der Link: https://vimeo.com/334867604/31b8d771cf 

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