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Hier berichten wir von den großen und kleinen Erlebnissen unserer Ausbildungsreise – von Exkursionen in alte und neue Bibliotheken, von Studienfahrten und Praktika in fernen und nicht ganz so fernen Städten, von Vorträgen, Konferenzen und natürlich dem Studienleben in München.

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Informationen für die Wissenschaft - Bibliothek des FZJ

Avatar of Student/in Student/in | 25. Februar 2019 | Praktikum | Inland



Informationen für die Wissenschaft - Bibliothek des FZJ

Die Abbildung zeigt das Gebäude der Zentralbibliothek Jülich

„Wow“. Das war wirklich das Erste, was ich dachte, nachdem ich endlich alle organisatorischen und sicherheitstechnischen Hürden genommen und meinen Ausweis in der Hand hatte. Wenn man das Forschungszentrum betritt, liegt vor einem eine lange schnurgerade Straße, die quasi eine Allee aus Fahnen mit den in Jülich laufenden Projekten und Kooperationen darstellt und an einem See endet, an dem sehr zentral die Bibliothek liegt. Und das „Wow“-artige daran war, dass ich jetzt zwei Wochen daran teilhaben durfte, genau diese Projekte und Kooperationen mit den Mitteln und Methoden einer Bibliothek zu unterstützen.

Warum also genau Jülich? Ich wollte (unbedingt) wissen, wie eine Bibliothek die Forschung und Wissenschaft in einem der größten Forschungszentren Europas voranbringt. Und ich würde sagen, es hat sich definitiv gelohnt!

 

Das Forschungszentrum Jülich – European Leadership Science

Wen Informatik, Mathematik, Naturwissenschaften und die unergründlichen Gesetze der Physik so sehr begeistern wie mich, der hat gleich noch einen Grund mehr, sein Praktikum hier zu machen. Es laufen Projekte zur Alzheimerforschung, zu ADHS, zum „Human Brain Project“, zur Klimaforschung, zu Brennstoffzellen, zur Kernfusion, zur Energiegewinnung, zu Speichertechnologien, zu kleinsten Quantenteilchen, zum Universum, zu Quantencomputern und vielem vielem mehr. Jülich hat seit letztem Jahr auch einen neuen Supercomputer „JUWELS“, der in der Weltrangliste ganz oben mitspielt.

 

Die Zentralbibliothek des Forschungszentrum Jülich – Informationen für die Wissenschaft

Das Forschungszentrum in Jülich wurde gegründet, um führend in Technik und im IT-Bereich zu sein. Die Menschen, die hier arbeiten, beziehen das genauso auf ihren eigenen Arbeitsbereich - also auf die Bibliothek - wie auf alle anderen Institutionen am Campus. Das Ziel ist es, „Lösungswege zu schaffen und nicht nur Probleme zu benennen“, Menschen weiterzubringen und sie nicht mit einer bloßen Information im Regen stehen zu lassen, sondern immer Alternativen aufzuzeigen. Und genau das wird hier getan.

Ihr Katalog, der momentan überarbeitet wird und bald ein neues Design bekommt, funktioniert im Hintergrund aus bestimmten Gründen ganz anders als alle Systeme, die ich bisher kennengelernt habe. Wichtig ist z.B. ein internationales Datenformat und die Möglichkeit zur Einspielung von internationalen Schlagwörtern. Es existiert für die eigene Spezialklassifikation ein Erschließungsassistent, der auf machine learning und statistischen Verfahren beruht. Nachdem das verwendete amerikanische Bibliothekssystem „Symphony“ nicht flexibel genug für ein gut funktionierendes „Electronic Resource Management“ (ERM) ist, wurde kurzerhand selbst ein System dafür programmiert, das eine möglichst große Arbeitsersparnis herbeiführt und gleichzeitig eine klasse statistische Auswertung ermöglicht. Mittlerweile ist Jülich Pilotbibliothek für LAS:eR, dem ERM, das momentan vom hbz entwickelt wird. LAS:eR soll auch gleich als Datengrundlage für das vom BMBF geförderte Projekt – „Open Access Monitor“ – benutzt werden. Der Open Access Monitor soll ein System sein, dass die Open Access Transformation für ganz Deutschland transparent macht und viele verschiedene Daten zusammenführt (dafür gibt es übrigens in diesem Sommer auch einen in Jülich stattfindenden Workshop).
Momentan wird zentral eine Plattform für das Forschungsdatenmanagement in Jülich aufgebaut, die Bibliothek ist auch im Rahmen der „Nationalen Forschungsdateninfrastruktur“ (NFDI) in den Konsortien für Neuro- und Ingenieurwissenschaften tätig. Alle drei Jahre veranstaltet sie auch ihren eigenen Kongress - die „WissKom“ - dieses Jahr geht es um das Thema Forschungsdaten.
Im Bereich Bibliometrie führen sie gesamte bibliometrische Analysen für WissenschaftlerInnen durch und agieren als Dienstleister z.B. für das BMBF und das CHE. Beispielsweise waren sie im Rahmen einer Machbarkeitsstudie des letzten Projekts für das BMBF mit Interviews in ganz Deutschland unterwegs.

Die Homepage der Bibliothek ist überschrieben mit dem Titel „Informationen für die Wissenschaft“. Darunter wird bei weitem nicht nur die Bereitstellung von Literatur verstanden, sondern Kompetenz zur Unterstützung der Forschung im weitesten Sinne. In der Bibliothek ist ein Sprachendienst angesiedelt, der bei Übersetzung von Publikationen ins Spiel kommt. Zu Ihrem Angebot gehört natürlich auch die Möglichkeit eines umfassenden Recherchediensts, der es den WissenschaftlerInnen ermöglicht, komplexe Rechercheanfragen an die Bibliothek zu stellen. Die Bibliothek erstellt auch individuelle Alert-Dienste auf Anfrage, die verschiedene Datenbanken je nach Wunsch auswertet. Die „Trainings“ - ja richtig, nicht „Schulungen“ - werden zu möglichst aktuellen und für die Wissenschaft relevanten Themen gehalten, wie etwa „Predatory Publishing“ und zwar nicht im Stil eines strengen Schulungskonzepts in einer Klassenzimmersituation, sondern möglichst locker, man soll sich wohl fühlen. Die Erfahrung zeigt, dass auf diese Weise ganz andere Fragen gestellt werden. Es existiert eine tiefgehende Open Access und Publikationsberatung, die bis zu den Copyrightregelungen für Abbildungen und der Freischaltung und Kontrolle von Green-Open-Access-Publikationen reicht.

Die Bibliothek soll ein Kompetenzzentrum sein, an das sich die WissenschaftlerInnen jederzeit wenden können. Was vermittelt werden soll, ist Wertschätzung, Relevanz, Nutzerorientierung und dass man bereit ist, Herausforderungen anzunehmen, Projekte zu starten und anzupacken. Die Bibliothek will ernsthafter Ansprechpartner und immer einen Schritt voraus sein. Sie will sichtbar sein und wahrgenommen werden.
Mir wurde gesagt, dass man für all das viel Engagement benötigt: Um hohe Ziele zu erreichen, muss man sich hohe Ziele stecken und dann einfach anfangen. Und was noch viel wichtiger ist: Man muss das Risiko eingehen, zu scheitern. Wenn dann alles klappt, ist der Erfolg aber umso größer ;)

Ich habe in diesen zwei Wochen sehr viel gelernt, aber vor allem habe ich eine neue Haltung, Inspiration, Möglichkeiten, Motivation und eine lange To-Do-Liste für mich selbst mitgenommen.

 

Vielen Dank an das gesamte Bibliotheksteam! Ich hatte wirklich eine super Zeit in Jülich!

Tanja Gehring

 

(Bildquelle: Forschungszentrum Jülich)

 

 

 

Meinungen?

1 Kommentar(e)

HUMAN |

27. Februar 2019

Vielen Dank für diesen Einblick!